| Medienkunst in Dortmund: «Elektronische Atmosphären» |
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| Donnerstag, 19. August 2010 um 06:52 Uhr | ||
Dortmund (dpa) - Wie klingt ein menschliches Haar? Wie hört es sich an, wenn Wasser gefriert? Antworten bietet von diesem Freitag an die Medienkunst-Ausstellung «Elektronische Atmosphären» in Dortmund und Essen. Gezeigt werden 29 Werke von 37 Künstlern aus 16 Ländern.
Sie sollen die Besucher zu einem neuen Blick etwa auf Umweltphänomene oder die sozialen Netzwerke im Internet anregen, wie die Veranstalter am Mittwoch in Dortmund mitteilten. Die Klang-, Video-, und Lichtinstallationen sind an fünf Standorten in Dortmund und Essen zu sehen. Ein weiteres Werk wird nur am 28. August in Duisburg gezeigt. Die Schau im Rahmen des Medienkunst-Festivals ISEA2010 Ruhr läuft bis zum 5. September.
Der größte Teil der Ausstellung wird im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund gezeigt: Themenschwerpunkte sind hier Ökologie und Klang.
Die Klangskulptur «Permafrost» von Aernoudt Jacobs aus Belgien gehört zu den Highlights der Ausstellung. Der Künstler setzt sich in seinem Werk mit der Beziehung zwischen Natur und Technik auseinander. Durch Kupferstäbe wird Wasser abwechselnd gefroren und geschmolzen. Ein spezieller Klangapparat macht diese Prozesse für den Besucher tatsächlich hörbar.
Auch die Deutsche Verena Friedrich macht in ihrer Installation «Transducers» etwas Ungewöhnliches hörbar - nämlich Haare. In mehreren gläsernen Apparaturen ist jeweils ein menschliches Haar eingesetzt. Diese werden zu einer Reaktion angeregt - ein Ton entsteht. Jedes Haar erzeugt seinen ganz eigenen Klang. Die Künstlerin will sich in ihrem Werk kritisch mit der Dominanz der Wissenschaften auseinandersetzen.
Eine ganz andere Art von Licht- und Soundinstallation stellt die 24-Stunden-Aktion «You Must Relax - Ein Tag ohne Handy» von Eve Arpo und Riin Rõõs aus Estland dar. An der Reinoldikirche in Dortmund können Passanten am 26. August ihr Handy abgeben. Die Geräte werden an einen Baum gehängt und können dann - etwa von den Eigentümern selbst - angerufen werden. Die Künstler erwarten ein «farbenfrohes und polyphones Klingelkonzert». «Ein Tag ohne Handy» möchte zur Diskussion über Handy- Abhängigkeit anregen.
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