| Hamburger Kulturschaffende fordern eigene Kulturbehörde |
|
|
|
| Freitag, 20. August 2010 um 06:44 Uhr | ||
Hamburg (dpa) - Nach dem Rücktritt von Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) haben Hamburger Künstler und Kulturschaffende eine eigene Kulturbehörde gefordert. «Die sich türmenden, dringend zu erledigenden Kulturaufgaben in dieser Stadt, mit der Elbphilharmonie an der Spitze, brauchen volle Aufmerksamkeit», sagte der Direktor der Deichtorhallen, Dirk Luckow, dem «Hamburger Abendblatt».
Zusammen mit 26 anderen Kulturschaffenden setzt er sich für den Erhalt der Kulturbehörde ein. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, ob die Kulturbehörde mit der Wissenschaftsbehörde zusammengelegt werden könnte. Hamburgs designierter Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) will am Freitagabend die neuen Senatoren vorstellen, die am 25. August in der Bürgerschaft zur Wahl stehen werden.
«Hat man einen Wissenschaftssenator, kennt er sich nicht in Kultur aus und umgekehrt. Beides sind aber wichtige Zukunftsfelder für die Stadt», sagte Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard. Auch die Hamburger Grünen, Ahlhaus Koalitionspartner, plädieren für einen eigenen Kultursenator. «An der Kultur sollte man nicht sparen und sie einem anderen Ressort zuschieben. Dafür ist diese Aufgabe zu wichtig», meinte der ehemalige Thalia-Intendant und Leiter der Salzburger Festspiele, Jürgen Flimm. Er halte den - neben Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) - oft genannten Hans- Heinrich Grosse-Brockhoff, früher Kulturstaatssekretär in Nordrhein- Westfalen, für einen «hervorragenden Kandidaten».
Auch der Deutsche Kulturrat erneuerte am Donnerstag seinen Appell. «Es kann nicht sein, dass nach den Rücktrittsdebakeln in Hamburg die Kultur zur Leidtragenden wird. Würde das Kulturressort einer anderen Behörde unterstellt, käme das einem Armutszeugnis für die Kulturmetropole Hamburg gleich», sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Die Proteste der Kulturschaffenden in Hamburg seien mehr als verständlich und «werden von uns nachdrücklich unterstützt».
Musiker Rocko Schamoni droht gar mit seinem Wegzug aus der Hansestadt: «Wenn das passiert, ziehe ich nach Neumünster. Ich finde das so außerirdisch, was da abgeht.»
Tags: f
|
























































