| Land und Stadt planen Kultur-Campus in Frankfurt |
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| Freitag, 20. August 2010 um 06:44 Uhr | ||
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt planen einen neuen Kultur-Campus. Auf ihm sollen im Stadtteil Bockenheim die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Kulturinstitute der Stadt und eine Erweiterung des Senckenbergmuseums Platz finden, sagten Finanzminister Karlheinz Weimar und Oberbürgermeisterin Petra Roth (beide CDU) am Donnerstag im Frankfurter Rathaus. Der Campus soll ab 2015 auf einem durch den Wegzug der Universität frei werdenden Gelände entstehen, dem sogenannten Campus Bockenheim. Allein in den neuen Sitz der Musik- Hochschule will das Land 120 Millionen Euro investieren.
Land und Stadt ringen seit Jahren um die Zukunft des fast 17 Hektar großen Areals, das vier Straßenblöcke umfasst und an Innenstadt und Messe grenzt. Neben Kultur und Wissenschaft sehen die Pläne Wohnungen, Gewerbe und Geschäfte vor. Die von Investoren für diese Flächen zu zahlenden Beträge hat das Land der Universität Frankfurt für den Ausbau ihres neuen Campus Westend am IG Farben Haus versprochen.
Als letzte Uni-Einrichtung soll Ende des Jahrzehnts die Uni- Bibliothek von Bockenheim auf den neuen Campus umziehen. Mit den Arbeiten für den Kultur-Campus könne auf den nach und nach frei werdenden Flächen ab 2015 begonnen werden, sagten Weimar und Roth. Die Pläne sollen bis Anfang 2011 durch die städtischen Gremien.
Weimar sagte, die heutige Unterbringung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt werde ihrem Ruf nicht gerecht. Auf dem Kultur-Campus ist unter anderem ein kleiner Konzertsaal geplant. Die Stadt will neben der Jungen Deutschen Philharmonie weitere Kulturinstitute ansiedeln. Die Stadt zahlt für diese Einrichtungen bisher 800 000 Euro Miete im Jahr. Dieses Geld könne Frankfurt in Bauten auf dem Kultur-Campus investieren, sagte Roth.
Theater, Oper und die renommierte Forsythe Company sind bereits durch ihre Spielstätte im alten Bockenheimer Straßenbahn-Depot vor Ort. Zudem sollen das auf dem Gelände beheimatete Senckenbergmuseum erweitert werden und ein Zentrum für «Biodiversität und Klima» Platz finden. HfMDK-Präsident Thomas Rietschel sagte: «Es kann ein in Europa einmaliges Zentrum der Kultur entstehen.»
Hoffnungen auf den neuen Sitz der HfMDK hatte sich auch Frankfurts Nachbarstadt Offenbach gemacht. Offenbach will seinen alten Hafen zum Kreativ-Campus umbauen. Dort ist der neue Sitz der Offenbacher Hochschule für Gestaltung geplant. Weimar sagte, das Land unterstütze den Kreativ-Campus in Offenbach unverändert weiter. Das Ansehen beider Hochschulen rechtfertige aber jeweils einzelne Standort- Lösungen.
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Bürgerinitiative "Ratschlag Campus Bockenheim“
Wir begrüßen, dass die Hochschule für Musik und darstellende Kunst, die Deutsche Ensemble Akademie, Frankfurt LAB nach Bockenheim ziehen und unseren Stadtteil bereichern.
Die zukünftigen Studierenden und die Beschäftigten in diesen Einrichtungen brauchen ebenso wie die "Alteingesessenen" bezahlbaren Wohnraum, Einrichtungen für ihre Kinder, öffentliche Räume, Maßnahmen zur Verbesserung des Mikro-Klimas.
Wir wollen diese Forderungen verstärkt einbringen und das Angebot vom Leiter des Stadtplanungsamtes D. v. Lüpke aufgreifen: "Den verschiedenen Initiativen, die sich um die Zukunft des Stadtteils nach dem Wegzug der Universität sorgen, will die Stadt entgegenkommen. 'Wir werden uns einer intensiven öffentlichen Diskussion stellen' " (FAZ vom 19.8.)
Mit dem Anspruch eines kulturellen Zentrums wäre es unvereinbar, wenn das Studierendenhaus als Ort der Studentenbewegung und demokratischer Initiativen teilabgeri...