| Wagner: Kultur nicht nur über Sponsoren finanzieren |
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| Freitag, 20. August 2010 um 06:44 Uhr | ||
Weimar (dpa/th) - Weimars Kunstfest-Chefin Nike Wagner hat vor Versuchen gewarnt, Kunst und Kultur vorwiegend über Sponsorengelder zu finanzieren. Das sei allenfalls ein Modell für einzelne «Hochglanz-Unternehmen», sagte Wagner am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Die Bayreuther Festspiele etwa könnten «enorm viel Privatgelder» eintreiben. «Aber eine Region im ehemaligen Osten, in einer so kleinen Stadt Weimar, wo viele Hamburger oder Münchner gar nicht wissen, wo dieser Ort überhaupt liegt, ist das ohne öffentliche Gelder undenkbar».
Das Kunstfest Weimar bekommt in diesem Jahr noch 1,2 Millionen Euro von Bund, Land Thüringen und Stadt. Rund 450 000 Euro muss es nach Kunstfest-Angaben von Sponsoren, Spenden und Kartenverkäufen selbst einnehmen.
Die Zukunft des Kunstfests stehe laut Wagner «finanziell vollkommen in den Sternen.» Die Förderung der Bundeskulturstiftung laufe sukzessive aus. Der Freistaat Thüringen stehe dem Festival zwar sehr positiv gegenüber. Aber ohne eine Art Projekthilfe des Bundes sei das Kunstfest nicht zu halten. «Die Basis muss da sein, sonst muss ich es gleich aufstecken», betonte Wagner. «Ich renne das ganze Jahr herum, einem Trüffelschwein ähnlich, und versuche eben über Kulturstiftungen, über Privatsponsoren, Geld für dieses Festival aufzutreiben.»
In diesem Jahr sei es gerade noch gut gegangen. Das Kunstfest habe 2009 sehr gut gewirtschaftet, die Streichung von 200 000 Euro durch die Kulturstiftung konnte dadurch kompensiert werden. Dennoch hätten aus Geldmangel einige Projekte nicht realisiert werden können.
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