| Schelling-Architekturpreis geht an chinesisches Duo |
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| Samstag, 21. August 2010 um 07:25 Uhr | ||
Karlsruhe (dpa/lsw) - Das chinesische Architekten-Duo Wang Shu und Lu Wenyu und der Franzose Jean-Louis Cohen erhalten den diesjährigen Preis der Schelling Architekturstiftung. Die Auszeichnung wird seit 1992 alle zwei Jahre verliehen und ist mit insgesamt 30 000 Euro dotiert. Wang Shu und Lu Wenyu zeichneten sich durch «erfrischende Neugier und einzigartiges Talent» aus, teilte die Stiftung am Freitag mit. Ihr Studio im chinesischen Hangzhou arbeite mit lokalen Ressourcen und traditionellen Materialien und entwickle daraus neue Formen und Einsatzbereiche. Damit könne das Duo eine «strategische Bedeutung für die Zukunft der Architektur weltweit» erlangen.
Der französische Architekt, Wissenschaftler und Kurator Jean-Louis Cohen habe es geschafft, mit akribischer Forschung und anschaulicher Darstellung seiner Ergebnisse in Ausstellungen und Publikationen, auch ein breites Publikum anzusprechen, begründete die Jury ihre Entscheidungen weiter. Die öffentliche Preisverleihung findet am 14. November in Karlsruhe statt.
Die Schelling Medaillen gehen an die Schweizer Architekten Knapkiewicz & Fickert und den britischen Designer Tom Heatherwick. Die Arbeiten von Knapkiewicz & Fickert zeichneten sich durch einen «ideologiefreien und daher entspannten Umgang mit dem Wohnungsbauerbe der Moderne» aus. Heatherwick wird für seine technische und handwerkliche Experimentierfreude ausgezeichnet. Der Designer verwirkliche zusammen mit Bildhauern, Psychologen, Bühnenbildnern, Fotographen und Malern «bemerkenswerte Tragwerke und einfallsreiche Bauten».
Die in Karlsruhe ansässige Stiftung erinnert an den Architekten Erich Schelling (1904-1984). Er hatte 1953 die Karlsruher Schwarzwaldhalle mit einem damals spektakulären Hängedach errichtet - es war das erste selbst tragende Betonhängedach in Europa. Neben zahlreichen Industrie- und Theaterbauten sowie Versammlungsstätten gehört auch der Bundesgerichtshof zu seinem Werk. Der Preis wurde von Schellings Witwe, der Innenarchitektin Trude Schelling, etabliert. Zu den bisherigen Preisträgern gehören auch Peter Zumthor und Zaha Hadid.
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