| Kunst aus Gugging beim Kunstfest Weimar Von Antje Lauschner, dpa |
|
|
|
| Montag, 23. August 2010 um 06:37 Uhr | ||
(Zusammenfassung 1645) Kunst aus Gugging beim Kunstfest Weimar Von Antje Lauschner, dpa
Was ist Genie, was Wahnsinn? Die hauchdünne Grenze zwischen beiden beschäftigt die Menschheit seit Urzeiten. Das Kunstfest Weimar beeindruckt mit Kunstwerken von psychisch kranken Männern.
Weimar (dpa/th) - Zeichnungen und Gemälde, die in keine gängige Kunstrichtung passen, sind seit Sonntag Gegenstand einer Ausstellung des Kunstfestes Weimar. Das Neue Museum zeigt 120 Arbeiten aus dem Künstlerhaus Gugging bei Wien. Sie stammen von 25 psychisch kranken Künstlern. Unter dem Titel «art/brut: gugging classics.!» werden in Weimar Zeichnungen, Malereien und Objekte aus 40 Jahren gezeigt. Zu sehen sind sie bis zum 10. Oktober. Das Kunstfest beschäftigt sich in diesem Jahr unter dem Motto «Irrlichter» mit der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn.
Das Künstlerhaus ging aus einer psychiatrischen Klinik hervor. Die Arbeiten seien unbeeinflusst von anderer Kunst, sagte der Arzt Johann Feilacher, der Kurator der Ausstellung ist. «Sie schöpfen aus dem eigenen Inneren und kümmern sich nicht um andere.» Feilacher betreut das Museum gugging und die Künstler. Die von ihm ausgewählten Arbeiten aus eigenem Fundus und Leihgaben geben einen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt.
Franz Kernbeis, geboren 1935 in einer Bauernfamilie, ist mit archaisch anmutenden Zeichnungen aus Bleistift und Farbstiften vertreten: Pflug, Pferd, Flugzeug und Burg. Oswald Tschirtner (1920-2007), der seine Arbeiten mit O.T signierte, reduzierte seine Figuren maximal. Seine «Kopffüßler» sind dennoch von hoher Aussagekraft. Johann Hauser (1926-1996) begeistert mit seinen farbintensiven Sternen- und Frauenbildnissen. Heinrich Reisenbauer, geboren 1938, lebte lange in einer psychiatrischen Klinik. In Reih und Glied stehen seine Figuren und Objekte wie Äpfel oder Tassen. Nur auf dem ersten Blick sind sie identisch.
Karl Vondal (1953) malt und klebt in fast märchenhafter Verklärung seine großformatigen Arbeiten über Frauen, Männer und Sex. Wie andere Gugging-Künstler fügt er umfangreiche Texte hinzu. Der Vielzeichner und Vielschreiber August Walla (1926-2001) ist für Feilacher einer der wichtigster Künstler der «Art Brut» (Rohe Kunst).
|
























































