| Düsseldorfer Kunstsammler verhaftet |
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| Freitag, 27. August 2010 um 06:36 Uhr | ||
Wuppertal (dpa/lnw) - Ein als Hehler verdächtigter Kunstsammler aus Düsseldorf ist in Untersuchungshaft genommen worden. Das sagte der Wuppertaler Gerichtssprecher Thorsten Anger am Donnerstag auf Anfrage. Der 54-jährige Sammler steht derzeit mit weiteren Angeklagten in Wuppertal vor dem Landgericht. Sie sollen den Bischofsstab des bekannten Nazi-Gegners Kardinal von Galen und andere Kunstschätze gestohlen haben.
Bislang war der Sammler als einziger der sechs Angeklagten auf freiem Fuß. Doch dann erfuhr die Justiz, dass er in Luxemburg auf einem Konto 1,2 Millionen Euro Schwarzgeld hortet. Das Gericht sah daher eine Fluchtgefahr des Sammlers und erließ Haftbefehl. Der 54- Jährige wehrt sich dagegen mit einer Haftbeschwerde beim Düsseldorfer Oberlandesgericht. Er hatte auch im Prozess sämtliche Vorwürfe bestritten.
Neben dem Bischofsstab war unter anderem ein Altarkreuz aus dem Familienbesitz der Galens aus einer Ausstellung in Essen verschwunden. Beides hat für die Kirche einen unermesslichen Wert. Das Schicksal der Beute aus der Essener Kirche ist bis heute ungeklärt. Das Bistum hatte vor einem Jahr eine Belohnung von 3000 Euro für Hinweise zur Aufklärung ausgelobt.
Insgesamt müssen sich sechs Männer vor dem Landgericht unter anderem wegen schweren Bandendiebstahls verantworten. Auf das Konto der Kirchenräuber sollen auch Einbrüche in Goldschmiedebetriebe, Juweliergeschäfte und Einfamilienhäuser gehen, zum Teil mit Schadenssummen von mehreren 100 000 Euro.
Clemens August Kardinal von Galen (1878-1946) ist als «Löwe von Münster» bekannt. Er war als Bischof von Münster prominenter Kritiker der Euthanasie durch die Nazis und wurde 2005 seliggesprochen.
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