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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Kunst trotz Bau: Amsterdams Stedelijk teils wieder offen Von Thomas Burmeister, dpa (Mit Bild) PDF Drucken E-Mail
Freitag, 27. August 2010 um 06:36 Uhr

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Selten wurde die Geduld von Kunstfreunden so strapaziert wie bei der Rekonstruktion des Stedelijk Museum in Amsterdam. Nun öffnet Hollands Antwort auf New Yorks MoMA seine Pforten - für ein paar Monate.

 

Amsterdam (dpa) - Eine Frau und ein Mann lesen abwechselnd Jahreszahlen aus dicken Büchern vor. «One Million Years» heißt die Installation des Japaners On Kawara, die jetzt in Amsterdams Stedelijk Museum zu bewundern ist. Man könnte sie als Anspielung darauf verstehen, dass dieser Tempel Moderner Kunst eine Ewigkeit wegen Bauarbeiten geschlossen war. Nach sieben Jahren öffnet er an diesem Samstag (28.8.) wieder seine Pforten. Einen Spalt breit quasi, und auch nur befristet, während sich die Arbeiten zur Modernisierung und Erweiterung des berühmten Hauses weiter hinziehen.

 

Besucher des «Temporary Stedelijk» erwartet Moderne Kunst in einem Provisorium. Wenngleich in einem schönen, das Hoffnung verheißt. «Dies ist kein Lückenbüßer», verspricht die 1957 in Kalifornien geborene neue Stedelijk-Direktorin Ann Goldstein. «Dies ist der Anfang der Erfahrung eines Gebäudes im Prozess der Museumswerdung.» Die vorgezogene teilweise Wiedereröffnung des Stedelijk hat die frühere Chefkuratorin des Museum of Contemporary Art in Los Angeles (MOCA) den Amsterdamer Kulturverantwortlichen abgerungen.

 

Liebhaber moderner Kunst sollten ihr dafür dankbar sein. Bei der millionenschweren umstrittenen Modernisierung, die schon voriges Jahr hätte abgeschlossen sein sollen, gab es so viele Verzögerungen, dass niemand mehr ein konkretes Enddatum nennen will. Ungefähr in der zweiten Hälfte 2011, heißt es, wenn nicht später. Dagegen setzt Goldstein amerikanischen Optimismus: «Die Zukunft beginnt jetzt.»

 

Sie weiß, dass es umso härter wird, den Ruf als Hollands Äquivalent zu New Yorks MoMA und Londons Tate Modern zurückzuerobern, je länger sich der Bau hinzieht. Ihre Vision: «Wir wollen wieder an die Spitze der internationalen Museums-Liga.» Dafür setzt das Stedelijk nun mit gleich zwei Ausstellungen im Provisorium Akzente.

 

«Monumentalism» zeigt mit neuen Werken von in den Niederlanden tätigen Künstlern interessante Ideen und Trends. «Taking Place» stellt Bilder, Skulpturen, Installationen sowie Assemblage-, Video- und Performancewerke zeitgenössischer Künstler mehrerer Länder in den Rahmen eines noch unfertigen, sich verändernden Gebäudes.

 

Neben Arbeiten junger Talente sind Werke anerkannter Meister zu erleben - darunter die Installation «Birkenwald» des Deutschen Martin Kippenberger und das raumfüllende Schwarz-Weiß-Ensemble «Past, Present, Future» der Amerikanerin Barbara Kruger. Untergebracht sind die Ausstellungen in zwei Etagen des innen völlig modernisierten und außen rekonstruierten Neo-Renaissance-Gebäudes, in dem das Stedelijk vor 115 Jahren - damals als stadtgeschichtliches Museum - erste Besucher begrüßte.

 

Daneben wächst in der Regie des niederländischen Architektur-Büros Benthem Crouwel ein monumentaler Anbau heran. Zu sehen ist davon freilich noch nicht viel mehr als die Stützkonstruktion und die einzelnen Etagen. Auf Postern mit dem Gesamtentwurf wirke das Ensemble wie eine umgestülpte Riesenbadewanne neben einem schönen alten Haus, monieren manche Amsterdamer.

 

Egal, sagen sie zugleich. Wenn nur bald der Tag kommt, an dem das Stedelijk auch wieder jene Schätze zeigt, die es einst weltberühmt machten: Werke von Pablo Picasso, Claude Monet, Paul Cézanne, Wassily Kandinsky, Marc Chagall, Kasimir Malewitsch ebenso wie Piet Mondrian, Theo van Doesburg und Gerrit Rietveld, um nur einige zu nennen.

 

Die Sehnsucht nach einem Ende des Bauens auf Amsterdams Museumplein ist verständlich. Nicht nur das Stedelijk am Südende des Platzes mit drei der bedeutendsten Museen der Niederlande ist bereits viel länger als geplant eine Baustelle. Auch das Rijksmuseum ist wegen einer sich länger als gedacht hinziehenden Modernisierung zu weiten Teilen gesperrt.

 

Berühmte Werke Alter Meister wie Rembrandts «Nachtwache» sind zwar weiterhin in einem Flügel zugänglich. Doch bis das berühmteste Kunstmuseum des Königreichs wieder in ganzer Pracht erstrahlt, wird es wohl - ebenfalls wegen teils skandalös anmutender Bauverzögerungen - noch bis Sommer 2013 dauern. Uneingeschränkt steht am Museumplein allein das Van-Gogh-Museum zur Verfügung, immerhin.

 

Wieso überhaupt zugelassen wurde, dass mit dem Rijksmuseum und dem Stedelijk zwei der wichtigsten - und obendrein dicht beieinander liegenden - Kunststätten des Landes gleichzeitig um- und ausgebaut werden, ist eine Frage, auf die es in den Tiefen der Kulturbürokratie keine wirklich schlüssige Antwort zu geben scheint.

 

Da ist die Teileröffnung des Stedelijk ein gewisser Trost. Aber selbst den gibt es nur bis Anfang 2011. Danach wird das Haus aus bautechnischen Gründen wieder für Monate bis zur eigentlichen Eröffnung geschlossen. Kein Wunder, dass deutschsprachige Touristen gelegentlich witzeln, beim Museumplein solle man das «l» streichen - «Museumpein» wäre irgendwie passender.

 

 

http://www.rijksmuseum.nl/

 



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