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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Wie Rembrandt für Dresden - Glöckner-Frühwerk im Schloss Von Simona Block, dpa PDF Drucken E-Mail
Samstag, 28. August 2010 um 08:10 Uhr

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Der Direktor des Dresdner Kupferstich-Kabinetts vergleicht ihn mit Rembrandt. Dabei ist Hermann Glöckner vor allem für seine Vorliebe für geometrische Formen und Gegenständliches bekannt. Eine Schau im Schloss würdigt nun das Frühwerk des Künstlers bis 1945.

 

Dresden (dpa/sn) - Das Dresdner Kupferstich-Kabinett gewährt mit einer Sonderausstellung einen Rückblick auf das Frühwerk von Hermann Glöckner (1889-1987). Unter dem Titel «Glöckner. Werke bis 1945» sind bis zum 7. November 112 Grafiken, Zeichnungen und Gemälde des Vertreters der Dresdner Moderne im Residenzschloss zu sehen. Der Name Glöckner sei «wie Rembrandt für Dresden», sagte der Direktor der Sammlung, Bernhard Maaz, am Freitag in der Elbestadt. Die Schau lenke den Fokus auf das Oeuvre der ersten 40 Schaffensjahre des konstruktivistischen und in der DDR erst spät beachteten Malers. Die Exposition soll am Abend mit einem Vortrag von Eugen Blume, Leiter des Museums für Gegenwart Hamburger Bahnhof Berlin, eröffnet werden.

 

Die Palette der Exponate reicht von einer Kohlezeichnung mit dem Bildnis seines Bruders Bruno aus dem Jahre 1907 bis zu dem Bild «Dreimal gebrochener Keil auf Schwarz» vom März 1937. Dazwischen hängen gezeichnete Landschaften neben Porträtstudien, Bildern, Objekte und Farbfeldern. Die Arbeiten zeugen von der Faszination des Künstlers für geometrische Formen. So sind Dampferbilder, Wegweiser, Schornsteine oder Strommasten im Bild auf ihre linearen Strukturen reduziert.

 

Das Kupferstich-Kabinett besitzt mit mehr als 600 Arbeiten die größte museale Sammlung seiner Werke - auch dank Schenkungen zu Lebzeiten von Glöckner selbst sowie aus seinem Nachlass. Der 1889 im Stadtteil Cotta geborene Künstler machte zunächst eine Lehre als Musterzeichner für Textilien. Dabei entdeckte er seine Leidenschaft an Geometrie und Entwurfszeichnen. Ab 1910 arbeitete er freischaffend. 1945 zerstörten Bomben sein Atelier und viele seiner Arbeiten. Seine Vorliebe für bildstrukturierende Kompositionslinien hatte er zum Prinzip seines «Tafelwerks» gemacht, zu dem mehr als 270 reliefartige Objekte in gleichem Format gehören.

 

Nach 1945 führten die in den 1930er Jahren entstanden Tafeln zu seinen Faltungen und dreidimensionalen Objekten. Glöckners von fast minimalistischer-ästhetischer Haltung, Form- und Materialbewusstsein geprägte Kunst wurde in der DDR zunächst nicht beachtet. Erst zum 80. Geburtstag hatte er die erste persönliche Ausstellung in seiner Heimatstadt, mit überregionaler Resonanz. Nach deren Ende aber wurde der Weiterverkauf des Katalogs verboten. Eine größere Öffentlichkeit nimmt Glöckners Werk erst in den 1970er Jahren wahr. Schon seit 1979 hatte Glöckner ein Dauervisum für Westberlin, wo er am 10. Mai 1987 starb.

 

Zeitgleich zur Exposition erscheint ein Werkverzeichnis der Gemälde, Zeichnungen und farbigen Blätter bis 1945, das auch die Auflistung von 314 Fotografien, eine Biografie und weitere Texte enthält. «Über kurz oder lang muss nun das Spätwerk folgen», sagte Direktor Maaz.

 



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