| Venedigs Architekturbiennale: Deutscher Pavillon eröffnet |
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| Samstag, 28. August 2010 um 08:10 Uhr | ||
Venedig (dpa) - Im deutschen Pavillon in Venedigs Park der «Giardini» zeigt das Büro Walverwandschaften seit Freitag seinen Beitrag zur diesjährigen Architekturbiennale. «Sehnsucht» ist der anspruchsvolle Titel des von Cordula Rau (München), Eberhard Tröger (Zürich) und Ole W. Fischer (Boston) entworfenen Beitrags. 180 «Sehnsuchts-Skizzen» von über 150 Künstlern - darunter große Namen der deutschen Architekturszene wie auch junge Architekten und Studenten - schmücken den zentralen Ausstellungsraum. Goldener Vorhang und «Sehnsucht»-Leuchtschrift führen in die rot-schwarzen Innenräume. Man habe den 1909 errichteten, umstrittenen Deutschen Pavillon zum «Sehnsuchtsort» umgestalten wollen, erläuterten die Kuratoren.
Viele Menschen empfänden mit Blick auf ihre gebaute Alltagswelt Sehnsüchte, sagte Baustaatssekretär Jan Mücke. Er eröffnete den Pavillon am Freitag zunächst für die Medien. «Insofern beschreibt der deutsche Beitrag einen gefühlten Mangel und eine Erwartung». Es bleibe dennoch die Frage, wie die Alltagsarchitektur mit diesen Sehnsüchten umgehe und wie man zu einer Baukultur kommen könne, die die Wünsche der Menschen ernst nehme.
Architektur als Träger von Wünschen, Träumen, neuen Werten ist das Thema der 12. Biennale, die unter dem Motto «People meet in Architecture» (Menschen treffen sich in Architektur)» am Sonntag im Park der «Giardini» und in den Werfthallen des «Arsenale» offiziell eröffnet wird. Mit der japanischen Stararchitektin Kazuyo Sejima vom renommierten Büro SANAA aus Tokio steht die Biennale erstmals unter der Leitung einer Frau. Den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhält der niederländische Stararchitekt Rem Koolhaas (65).
«Mit ihrem Motto hat die Biennale dazu eingeladen, über den Tellerrand des reinen Bauens hinauszugehen», so würdigte Mücke die Biennale. Der deutsche Pavillon biete hierzu Räume ohne vorgegebene Antwort, «ein Erkundungsinstrument der eigenen Sehnsüchte». Die architektonische Interpretation der deutschen Sehnsüchte oder auch die Sehnsüchte der deutschen Architektur können die Besucher der venezianischen Schau bis zum 21. November erkunden.
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