| Schau zeigt erstmals Werk von Hofmaler Lisiewsky |
|
|
|
| Samstag, 28. August 2010 um 08:10 Uhr | ||
Er porträtierte Fürsten und Prinzessinnen, aber auch Kaufleute und Theologen. Das Werk des Malers Christoph Friedrich Reinhold Lisiewsky ist nun erstmals umfassend zu sehen.
Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Mehr als 200 Jahre nach seinem Tod wird der Hofmaler Christoph Friedrich Reinhold Lisiewsky erstmals umfassend gewürdigt. Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und das Staatliche Museum Schwerin haben das Werk des zwischen 1725 und 1794 lebenden Porträtmalers zusammengetragen. Es ist nun in Ausstellungen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. Lisiewskys Arbeiten seien trotz seines hohen künstlerischen Ranges bislang weder wissenschaftlich noch mit einer Ausstellung gewürdigt worden, teilte die Kunststiftung am Freitag in Dessau-Roßlau mit.
In Schloss Mosigkau in Dessau-Roßlau wird die Schau «Teure Köpfe» mit 150 Gemälden von Lisiewsky an diesem Samstag eröffnet. Danach wandert sie zu den Kunstsammlungen Schwerin (10.12.2010-06.03.2011). «Wir haben unglaublich viel recherchiert und Bilder aus dem letzten Winkel aufgetrieben», sagte Kurator Wolfgang Savelsberg von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz.
Lisiewsky stammte aus einer Malerfamilie. Er war zunächst Hofmaler im Fürstentum Anhalt-Dessau und reiste von dort aus auch nach Dresden und Leipzig, um etwa Kaufleute und Theologen zur porträtieren. Nach einer sieben Jahre dauernden Schaffensperiode in seiner Heimat Berlin zog er 1778 weiter gen Norden und wurde Porträtmaler am mecklenburgischen Fürstenhaus in Ludwigslust.
Die Schau zeigt Porträts von Friedrich Herzog zu Mecklenburg- Schwerin und Fürst Franz von Anhalt-Dessau, aber auch von Johann Sebastian Bach, Bürgern aus Leipzig und Adeligen aus Preußen. Im Vergleich zu seinen Zeitgenossen habe er ein verhältnismäßig kleines Werk geschaffen, sagte Savelsberg. Er zähle dennoch zu den bedeutendsten Porträtmalern des 18. Jahrhunderts in Deutschland.
«Während die Maler im Spätbarock idealisierten und ihre Modelle mit Herrschafts- und Hoheitszeichen, Orden und Rüstung zeigten, wollte Lisiewsky den Menschen mit all seinen Eigenarten erfassen und nicht idealisieren», sagte der Kurator. So habe er den Anhaltischen Fürsten Franz nicht mit seinen Herrschaftszeichen abgebildet, sondern «einfach im blauen Rock als Mensch».
|
























































