| Künstler verweigern Auftritt in Siedlerstadt |
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| Montag, 30. August 2010 um 06:39 Uhr | ||
Jerusalem (dpa) - 36 in Israel bekannte Theaterkünstler haben mit dem angekündigten Boykott eines neuen Kulturzentrums in der Siedlerstadt Ariel im Westjordanland für Aufregung gesorgt. Israelische Medien berichteten am Sonntag, die Künstler - Schauspieler, Regisseure und Autoren - hätten einen Brief an mehrere Theaterdirektoren in Israel geschickt. Darin hieß es, sei seien aus Gewissensgründen nicht bereit, in dem Kulturzentrum aufzutreten, das im Herbst in Ariel eröffnet werden soll. Zu den Unterzeichnern gehört auch der Dramatiker Jehoschua Sobol («Ghetto»).
«Wir möchten unsere Abscheu darüber ausdrücken, dass Theaterleitungen Auftritte in der neuen Halle in Ariel planen», hieß es in dem Brief. «Die Schauspieler unter uns erklären hiermit, dass sie es ablehnen werden, in Ariel aufzutreten, wie auch in jeder anderen Siedlung.»
In der Siedlerstadt Ariel, die im Herzen des nördlichen Westjordanlands liegt, leben knapp 17 000 Israelis. Es ist eine der Siedlungen, die Israel sich im Rahmen einer künftigen Friedensregelung einverleiben will. Die Palästinenser fordern jedoch die Räumung der Stadt, weil eine Landverbindung mit dem israelischen Kernland tief in palästinensisches Gebiet schneiden würde.
Die Boykottankündigung der Schauspieler löste bei rechtsorientierten Politikern in Israel aufgebrachte Reaktionen aus. Zwei Abgeordnete drohten mit der möglichen Kürzung von Budgets für Theater, die nicht in den besetzten Gebieten auftreten wollen.
Kulturministerin Limor Livnat von der regierenden Likud-Partei sagte in einer Stellungnahme: «Kultur ist eine soziale Brücke und die politische Debatte muss außerhalb des kulturellen und künstlerischen Lebens bleiben.» Sie rief Theaterdirektoren auf, geplante Auftritte in Ariel beizubehalten. «Jeder Bürger hat ein Recht auf Kultur, wo immer er will.»
Das Kulturzentrum, dessen Bau umgerechnet knapp acht Millionen Euro kostet, soll im November in Ariel eröffnet werden. Mehrere Theater haben dort schon Aufführungen geplant. Mehrere Theaterdirektoren haben sich bereits von dem Brief der Künstler distanziert.
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