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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Bis in die Unendlichkeit - Buren schafft Kunstwerk für Synagoge Von Dorothea Hülsmeier, dpa PDF Drucken E-Mail
Montag, 30. August 2010 um 06:39 Uhr

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Pulheim (dpa/lnw) - Kunst überwindet schwierige Grenzen: Der französische «Streifenkünstler» Daniel Buren hat für das internationale Kunstprojekt «Synagoge Stommeln» in Pulheim bei Köln eine eindrucksvolle Spiegelinstallation geschaffen. Die Arbeit mit dem Titel «Multiplikationen» ist seit Sonntag bis zum 19. Dezember in der ehemaligen Dorfsynagoge zu sehen. Der 72-jährige Buren hat zwei gegenüberliegende Wände in dem kleinen, quadratischen Raum komplett mit Spiegeln verkleidet, so dass sich der Raum mit seinen hohen Fenstern, dem Toraschrein und der Frauenempore ins Unendliche zu vervielfachen scheint.

Zugleich hat Buren die rote Glasmalerei in den halbrunden Fenstern mit roter Folie ebenfalls gespiegelt, so dass vollendete Kreise entstehen. Auch auf sein «visuelles Werkzeug», die immer exakt 8,7 Zentimeter breiten Streifen, hat der Künstler nicht verzichtet. Auf das braungemalte Band, das die sichtbar gebliebenen Wände teilt, klebte er weiße Streifen.

 

Die einfühlsame Kunstinstallation in der in einem Hinterhof liegenden Synagoge, die 1938 nicht von den Nazis niedergebrannt worden war, lässt Raum für viele Interpretationen. Durch die Vervielfältigung und gleichzeitige stärkere Erleuchtung des gespiegelten Raums werden die Grenzen des Gotteshauses überwunden.

 

Der geschlossene Synagogenraum scheint sich zu öffnen und bis in die Ewigkeit zu reichen, wodurch die Vorstellung eines allgegenwärtigen und unendlichen Gottes betont wird. Zugleich steht der vielfach gespiegelte Gebetsraum wie ein Mahnmal stellvertretend für die von den Nationalsozialisten zerstörten mehr als 1400 Synagogen. In dem Synagogen-Kunstprojekt verwischen so auch die Grenzen zwischen Ausstellungs- und Gedenkraum.

 

Buren schuf Installationen für das Guggenheim Museum in New York oder das Picasso Museum in Paris. Auch mit Synagogen als Kunstobjekt kennt er sich aus: Vergangenes Jahr gestaltete er ein Mosaik in der Synagoge von Ostia Antica bei Rom. Buren wurde 2007 mit dem Praemium Imperiale des japanischen Kaiserhauses ausgezeichnet, der als Nobelpreis der Kunst gilt.

 

In der international bekannten Kunstreihe in der ehemaligen Dorfsynagoge Stommeln stellen seit fast 20 Jahren namhafte Künstler aus. Dazu gehören Richard Serra, Eduardo Chillida oder Rosemarie Trockel. Für weltweites Aufsehen hatte 2006 Santiago Sierra gesorgt, der Autoabgase in das ehemalige jüdische Gotteshaus leitete.

 



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