| Museum: Picasso-Fund bringt wichtige Mosaiksteine Gespräch: Christof Bock, dpa |
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| Donnerstag, 02. Dezember 2010 um 06:47 Uhr | ||
Münster (dpa) - Der Sensationsfund der 271 unbekannten Werke von Pablo Picasso wird der Kunstgeschichte wichtige neue Mosaiksteine zur frühen Schaffensphase des Jahrhundertkünstlers liefern: Dies meint der Leiter des Kunstmuseums Pablo Picasso in Münster, Prof. Markus Müller. «Es sind Werke aus der blauen Periode dabei», sagte Müller der Nachrichtenagentur dpa. «Das ist eine Sensation für die Kunstgeschichte.» Er rechnet allerdings mit einem langjährigen juristischen Streit um die Eigentumsrechte an dem Konvolut, das in Frankreich aufgetaucht ist. Münster beherbergt das einzige deutsche Picasso-Museum.
«Zahlenmäßig ist der Fund nur zu vergleichen mit dem, was die Testamentsvollstrecker nach Picassos Tod 1973 in seinen Villen, in seinen Ateliers vorfanden», sagte Müller. «Seither ist nie wieder ein so großes Konvolut völlig unbekannter Werke aufgetaucht.» Der griechische Kunsthistoriker Christian Zervos hatte seit dem Jahr 1932 das komplette bekannte Werk Picassos in 34 Bänden verzeichnet. «Dass dieses Konvolut aus dem Nichts auftaucht, das ist das Sensationelle.» Die betroffenen Werke werden in die Zeit von 1900 bis 1932 datiert.
Nach den Informationen des Museumsleiters dürften die Aquarelle, Zeichnungen und Skizzen authentisch sein. Ein Kunstwerk sei auf dem Briefpapier des Hausarztes der Familie entstanden. Damit seien Fälscher überfordert. Müller: «Woher kann man wissen, dass dieser Arzt die Mandelentzündung eines Familienangehörigen behandelt hat?»
Erste Schätzungen in Medien, dass die Kunstwerke rund 60 Millionen Euro wert seien, bezeichnete Müller, der persönliche Kontakte zur Familie Picasso pflegt, als «realistisch». «Den höchsten Wert haben acht oder neun Collagen, die aus der kubistischen Phase stammen, welche der Kunstmarkt extrem hoch dotiert.» Zahlenmäßig sei der Fund aber zu relativieren. «Es sind zwei Skizzenbücher dabei. Wenn Sie jede Zeichnung zählen, kommen Sie schon auf 85 bis 90 Blätter.»
Die Darstellung des angeblich von Picasso beschenkten Handwerkers hat nach Ansicht von Müller «viele Fragezeichen» verdient. Zwar habe Pablo Picasso Freunden immer wieder Werke aus der aktuellen Produktion geschenkt. «Dass aber jemand, der nur peripher im Umfeld tätig war, so viele Werke hat, ist zumindest kurios und bedarf einer Erklärung», sagte der Museumsleiter. Es sei auch ungewöhnlich, wenn der über 80-Jährige tatsächlich Werke aus älterer Schaffenszeit verschenkt habe, sagte Müller. In Europa gibt es fünf Picasso-Museen: In Barcelona, in Malaga, in Antibes, in Paris und in Münster.
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