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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Frauen erobern die deutschen Kunstmuseen Von Inga Radel, dpa PDF Drucken E-Mail
Samstag, 04. Dezember 2010 um 10:05 Uhr

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Museums-Rambos waren gestern: Immer mehr Frauen erobern die Spitze der deutschen Kunstmuseen. Sind sie die besseren Direktoren?

 

Frankfurt/Main (dpa) - Frauen sind reif fürs Museum: In den vergangenen Jahren haben etwa zehn Frauen Direktorenposten an renommierten deutschen Kunstmuseen erobert. Zuvor hatten sie es bis zur Wende zumeist höchstens zu Kunstvereinsleiterinnen gebracht. Zu den First Ladys der Kunstlandschaft heute gehören: Marion Ackermann (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf), Susanne Gaensheimer (Museum für Moderne Kunst (MMK) Frankfurt), Ulrike Groos (Kunstmuseum Stuttgart), Ulrike Lorenz (Kunsthalle Mannheim), Pia Müller-Tamm (Kunsthalle Karlsruhe), Angelika Nollert (Neues Museum Nürnberg) und Susanne Pfeffer (Kunst-Werke Berlin). «Ahoi, Frau Kapitän» titelte das Kunstmagazin «Art».

 

«Das gilt nicht nur für den Kunstmuseumsbereich, sondern für den Kultursektor insgesamt. Hier in Baden-Württemberg sind nahezu alle Kulturamtsstellen mit Frauen besetzt», sagt Armin Klein, Professor für Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. «Die Frauen sind unglaublich gut ausgebildet und trauen sich heute etwas zu!» In dem Aufbaustudiengang Kulturmanagement seien bundesweit 80 bis 90 Prozent Frauen. Auch Kunstgeschichte studieren weit mehr Frauen. Und in der heutigen Zeit, in der ein Museum verstärkt im Marketing und Sponsoring aktiv werden müsse, seien eher weibliche Führungsqualitäten wie Soft-Skills und gute Vernetzung gefragt: «Im Umgang mit bürokratischen Hierarchien in den Kulturverwaltungen brauchte es früher eher Rambos», sagt Klein mit einem Augenzwinkern.

 

Die Karlsruher Kunsthallen-Chefin Pia Müller-Tamm (53) aus dem Vorreiterland Baden-Württemberg meint über den Frauentrend: «Man weiß ihre Führungsqualitäten zu schätzen, ihre Gabe zu Kommunikation und Empathie, ihr zumeist sachbezogenes Agieren und ihre geringere Eitelkeit. Die Herausforderung lautet: Diese Eigenschaften mit Konzeptionsstärke und Durchsetzungskraft zu verbinden - für Frauen wie für Männer.» Angelika Nollert (44) betont: «Ich arbeite im Team - mit flachen Hierarchien.» Sie will diskutieren statt delegieren.

 

Nollert, seit Oktober 2007 Direktorin des Neuen Museums Nürnberg, steht dafür, wie unterschiedlich die Biografien dieser Erfolgsfrauen sind: Sie machte zunächst eine Ausbildung als Bankkauffrau, ehe sie Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik studierte.

 

Ulrike Lorenz (47) ist geprägt durch ihre DDR-Biografie. «Es gibt Leute, die sind nur in der DDR gut»: Dieser Satz von Joseph Beuys sei für sie Inspiration und Ansporn gewesen. «Es war immer mein großer Wunsch, mich selber zu prüfen in anderen Verhältnissen», erklärt Lorenz. Geboren im thüringischen Gera, studierte sie in Leipzig. In Ostdeutschland eroberten die Frauen schon bald nach dem Mauerfall die Kunstmuseen, zum Beispiel in Chemnitz, Gera, Schwerin und Cottbus. Im Westen ging das langsamer. Lorenz machte sich ab 2004 in Regensburg als Chefin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie schnell einen guten Namen, seit Oktober 2008 ist sie Kunsthallen-Leiterin in Mannheim.

 

Eine eher klassische Biografie hat Susanne Gaensheimer vom MMK in Frankfurt vorzuweisen. Die Münchnerin studierte Kunstgeschichte in München und Hamburg, promovierte und absolvierte ein Volontariat an der Städtischen Galerie im Münchner Lenbachhaus. Die 43-Jährige war dann Direktorin des Westfälischen Kunstvereins in Münster. Von 2001 bis 2008 leitete sie die Sammlung für Gegenwartskunst im Lenbachhaus, ehe sie Anfang 2009 Nachfolgerin von Udo Kittelmann am MMK wurde.

 

Bemerkenswert ist bei ihr, dass sie gleich zwei Kinder im Vorschulalter hat. «Das Zeitmanagement wird extrem, jede Minute des Tages muss sinnvoll ausgefüllt sein», sagt Gaensheimer, die im nächsten Jahr auch den Deutschen Pavillon auf der Biennale kuratiert - erst als zweite Frau überhaupt. Dass eine Familie die Dinge auch relativiert, weiß Marion Ackermann (45), Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und auch zweifache Mutter: «Familie und Kinder im Hintergrund führen zu einer gewissen Leichtigkeit. Das schafft Distanz zum Kunstbetrieb, der manchmal nicht ohne Auswüchse ist.»

 

Viele der Aufsteigerinnen halten die Diskussion um Frauenpower allerdings auch für gestrig: Susanne Pfeffer (37), seit 2007 an der Spitze der renommierten Kunst-Werke in Berlin, sagt: «Nicht auf Geschlechterverhältnisse zu achten, empfinde ich als im eigentlichen Sinne emanzipiert, nämlich als tatsächlich unabhängig.» Nichtsdestoweniger sind die besonders wichtigen Posten etwa in Berlin, München und Dresden «noch fest in Männerhand», wie Ulrike Groos (47) herausstellt. Sie ist seit knapp einem Jahr Chefin des Kunstmuseums Stuttgart. «Ich bin gespannt, ob und wann sich das ändern wird.»

 



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