| Zentrum für verfolgte Künste wird gegründet |
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| Dienstag, 07. Dezember 2010 um 06:41 Uhr | ||
Solingen (dpa/lnw) - Der Weg für die Gründung eines bundesweit einzigartigen Zentrums für verfolgte Künste von der Nazi-Diktatur bis zum Fall der Mauer ist frei. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Kulturausschuss der bergischen Stadt haben nach langem Ringen die Finanzierung sichergestellt. Das Zentrum könne im Januar als GmbH unter dem Dach des Kunstmuseums Solingen gegründet werden, sagte Museumsdirektor Rolf Jessewitsch am Montag auf Anfrage. «Es gibt keine Einrichtung in Deutschland, die verfolgte Kunst ständig präsentiert», sagte er. Der LVR sprach von einem «überregional bedeutsamen Projekt».
Das Kunstmuseum Solingen beherbergt neben regionaler Kunst seit mehreren Jahren die Literatursammlung «Die verbrannten Dichter» des Journalisten Jürgen Serke sowie die Sammlung verfemter Malerei von Gerhard Schneider. Dazu gehören auf der einen Seite rund 2000 Bücher sowie Fotos und persönliche Briefe etwa von Thomas Mann oder Wolfgang Borchert und auf der anderen Seite etwa 400 Bilder von Künstlern, die von den Nazis als «entartet» verfolgt.
Zuletzt hatte das Kunstmuseum mit der Rekonstruktion der Bibliothek des jüdisch-deutschen Philosophen und Literaturkritikers Walter Benjamin (1892-1940) international Aufmerksamkeit erregt.
Das Museum wäre nach Worten Jessewitschs von der Schließung bedroht gewesen, wenn die Finanzierung nicht gesichert worden wäre. Der LVR übernehme nun einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 290 000 Euro, die Stadt Solingen trage 145 000 Euro zur künftigen GmbH bei. Endgültig will die Stadt in der Ratssitzung am 16. Dezember die Zustimmung zu dem neuen Zentrum geben.
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