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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Neo Rauch in Paris: «Frankreich ist bisher ohne mich ausgekommen» Von Sabine Glaubitz und Nada Weigelt, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 09. Dezember 2010 um 06:49 Uhr

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Neo Rauch gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Nur in Frankreich ist sein Name dem breiten Publikum weitgehend unbekannt. Die deutsche Botschaft in Paris will das ändern - Außenminister Westerwelle schiebt persönlich an.

 

Paris (dpa) - Die Zeiten, in denen sich die deutsche Botschaft in Paris ausschließlich der Diplomatie und Politik widmet, sind vorbei. Neuerdings kümmert sie sich auch um die Förderung deutscher Kunst. Mit einer Ausstellung von Neo Rauch präsentiert das prächtige Hôtel de Beauharnais neben seinen Schätzen klassischer Kunst erstmals auch langfristig einen aktuellen Maler als Kontrast.

 

«Neo Rauch ist einer der weltweit bekanntesten und bedeutendsten zeitgenössischen Künstler», betont Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der es sich nicht nehmen ließ, zur Vernissage am Dienstagabend eigens nach Paris zu reisen. An Rauch gewandt fügt er hinzu: «Ich weiß nicht, ob Sie es mögen, aber Sie sind ein ganz bedeutender Botschafter für unser Land.»

 

Rauch, trotz seines internationalen Ruhms bekannt für seine zurückhaltende Art, nimmt den Ball nur vorsichtig auf. Als Aushängeschild der sogenannten «Neuen Leipziger Schule» erinnert er vor den rund 200 handverlesenen deutsch-französischen Gästen zwar «ergriffen» an die deutsche Wiedervereinigung, bleibt aber betont bescheiden.

 

Er habe die Tragweite der von Botschafter Reinhard Schäfers initiierten Aktion unterschätzt, räumt er ein. «Als mein Berliner Galerist mir das Projekt vorschlug, dachte ich zunächst nur an eine Art kleine Auszeit in Paris. Und jetzt sehe ich mich ganz tief eingebunden in die historischen Sedimentierungen, die dieses Haus gibt.»

 

Auf Versteigerungen erzielt der scheue Künstlerstar Preise bis zu einer halben Million Euro. Seine Werke waren im Metropolitan Museum of Art in New York ebenso zu sehen wie auf der Biennale in Venedig. Im Frühjahr sorgte eine Retrospektive in Leipzig und München für einen Hype. Nur in Frankreich ist der 50-Jährige noch weitgehend ein unbeschriebenes Blatt.

 

«Frankreich ist bisher ganz gut ohne mich ausgekommen, aber ich auch ohne Frankreich», gesteht Rauch ohne Umschweife. Das soll sich nun ändern. «In den öffentlichen Sammlungen Frankreichs befindet sich kein Werk von Neo Rauch. Mit dieser Ausstellung wollen wir ihn dem französischen Publikum näher bringen», sagt die stellvertretende Botschaftssprecherin Karin Foistner.

 

Als Ausstellungsraum für die drei Bilder dient das Empfangszimmer im ersten Stock - eine Ehre und Herausforderung zugleich für den Künstler. Denn die Räume der Botschaft sind vom 18. und 19. Jahrhundert geprägt.

 

Rauchs Werke dagegen zeigen in Bewegung erstarrte Figuren in dichten Farben, die zugleich surreal und real wirken. «Das war schon eine Herausforderung, für die Farbfläche passende Bilder zu finden», erklärte der Künstler. Eigens für den Raum geschaffen hat er das zwei mal drei Meter große Gemälde «Der Geborgene», eine düstere Metapher auf Krieg und Chaos.

 

Für den Kunstsammler Westerwelle, der selbst drei frühe Rauch- Bilder besitzt, ist die Vernissage eine willkommene Gelegenheit, sich als Förderer der Schönen Künste zu beweisen. In der Vergangenheit hatten Sparpläne seines Hauses etwa für das Goethe-Institut und die geplante Künstlerakademie Tarabya wiederholt für Ärger bei den Kulturpolitikern des Bundestags gesorgt. Bei der Vernissage sprachen die Abgeordneten jetzt anerkennend von einem Signal.

 

Die Bilder werden als Leihgaben bis zum Sommer in der Botschafter- Residenz bleiben. Genügend Zeit, um ein französisches Publikum zu finden - auch wenn die Botschaft nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist. «Hier finden so viel Empfänge und Veranstaltungen statt, da werden sicher viele auf Neo Rauch aufmerksam werden», hofft Sprecherin Foistner.

 



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