| Museum will Schaufenster und Gedächtnis sein |
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| Donnerstag, 09. Dezember 2010 um 06:49 Uhr | ||
Braunschweig (dpa/lni) - Ob urzeitliche Jäger, Napoleon, oder die Welfen - die Geschichte im Braunschweiger Land hat mehr als einmal weit über die Grenzen der Region gestrahlt. Das Braunschweigische Landesmuseum will künftig stärker als bisher als Schaufenster und Gedächtnis der Geschichte des Landes Braunschweig in Erscheinung treten. Nach zweijähriger Vakanz hat das Museum seit kurzem eine neue Leitung, die Historikerin Heike Pöppelmann stellte sich und ihr Konzept am Mittwoch vor.
Für 2011 ist zunächst die Ausstellung «Luxus in Scherben» geplant. Die Sonderausstellung wird in ihren Grundzügen vom japanischen Palais in Dresden übernommen. Dort stand jedoch das Meißener Porzellan im Vordergrund, in Braunschweig wird es das «weiße Gold» aus dem niedersächsischen Fürstenberg sein. «Wir werden zeigen, welches Porzellan die Adeligen und welches das Volk im Gebrauch hatte», sagte die Museumsdirektorin.
«Geschichte auf den Punkt gebracht» heißt es dann von Oktober an, wenn das einst von Bürgern gegründete Museum 120 Jahre alt wird. 120 aussagekräftige Exponate sollen dann 300 000 Jahre Geschichte der Region illustrieren, kündigte Pöppelmann an. Aus dem Tagebau Schöningen - dort wurden auch die ältesten Waffen der Menschheit, die Schöninger Speere, entdeckt - werden unter anderem Exponate zu sehen sein.
Ein Gemälde vom Herzog Karl Wilhelm Ferdinand wird etwa nebst der Kugel gezeigt, die ihm 1806 in der Schlacht bei Jena und Auerstedt beide Augen zerschmetterte und schließlich zu seinem Tod führte. Oder auch das Spielzeug von Viktoria Luise von Braunschweig, Tochter von Kaiser Wilhelms II und Ehefrau des letzten Braunschweiger Herzogs Ernst August, wird ausgestellt. «Nicht aus Holz, sondern aus Silber wurde es gefertigt», berichtet Pöppelmann.
Nicht nur mit Ausstellungen, auch mit der Neugestaltung der Eingangsbereiche der drei Häuser in Braunschweig und Wolfenbüttel will die Historikerin frischen Wind in das Landesmuseum bringen: «Das Exponat Nummer 1 ist jeweils das Gebäude», sagte Pöppelmann. Keines der Häuser ist als Museum gebaut, das Haupthaus ist im ehemaligen Verlagshaus Vieweg mitten in Braunschweig, eine Außenstelle in einem Kloster und eine weitere in Wolfenbüttel in einer ehemaligen herzöglichen Kanzlei untergebracht.
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