| «Philipp der Gute» nach 65 Jahren zurück in Gotha |
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| Freitag, 10. Dezember 2010 um 06:49 Uhr | ||
Gotha (dpa/th) - Nach 65 Jahren ist das frühflämische Gemälde «Herzog Philipp der Gute von Burgund» wieder zurück im Schloss Friedenstein in Gotha. Das Porträt des von 1396 bis 1467 lebenden Regenten gehörte zu den schmerzhaften Verlusten der Gothaer Gemäldesammlung in den Wirren nach Kriegsende 1945. Seit Donnerstag ist das als Nr. 1. im Bestandskatalog der Herzoglichen Gemäldegalerie aufgeführte Bild erstmals wieder in der Öffentlichkeit zu sehen. Die Ernst von Siemens Kunststiftung erwarb das Porträt 2009 beim Auktionshaus Christies in Paris aus Privatbesitz und überlässt es der Gemäldesammlung als unbefristete Leihgabe.
Das Gemälde, auf dem Herzog Philipp in einem pelzverbrämten und für die burgundische Mode des 15. Jahrhunderts typischen Wams in Schwarz mit schmalen Stehkragen samt Ordenskette des Goldenen Vlies zu sehen ist, wird Rogier van der Weyden (1399-1464) zugeschrieben. Das 42 mal 26 Zentimeter große Gemälde gilt als Kopie eines Bildes von Jan van Eyck. Das Wiederauftauchen des Porträts ist nach Stiftungsangaben auch deshalb von unschätzbarem Wert, da das Original aus dem 15. Jahrhundert verloren gegangen ist. Weltweit seien nur zwei frühe qualitätsvolle Varianten des Urbildes bekannt - die eine im Palacio Real zu Madrid, die zweite im thüringischen Gotha.
Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822) hatte das Bildnis erworben. Es kam nach seinem Tod nach Gotha und tauchte dort erstmals 1826 in einem Verzeichnis auf. Lange war sein Schicksal nach 1945 unklar. Heute ist bekannt, dass es vor dem Einmarsch der Roten Armee vom Herzogshaus nach Coburg gebracht und somit nicht wie viele andere Gothaer Kunstwerke für einige Jahre in die Sowjetunion abtransportiert wurde. In den 1950er Jahren wurde es nach Basel verkauft.
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