| Bedeutende Grafik für Kupferstich-Kabinett |
|
|
|
| Mittwoch, 15. Dezember 2010 um 06:58 Uhr | ||
Dresden (dpa/sn) - Im Dresdner Kupferstich-Kabinett aufbewahrte Grafik der Sammlung Freund bleibt in der Elbestadt. Die 88 Blätter aus jüdischem Besitz, die sich seit 1944 in dem Museum befinden, wurden mit Sondermitteln des Freistaates und Unterstützung des Freundeskreises angekauft, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden am Dienstag mit. Die Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Holzstiche, darunter Werke von Caspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel, gehörten einst einer jüdischen Kaufmannsfamilie und hätten als Nazi-Raubgut zurückgegeben werden müssen.
Das Konvolut war mit dem «Sonderauftrag Linz», der von zwei Dresdner Galeriedirektoren geleitet worden war, für das geplante Führermuseum in die Elbestadt gelangt. Die Kaufmannsfamilie Freund, aus der die bedeutende Reportage- und Porträtfotografin Gisèle Freund stammte, war 1939 aus Nazideutschland geflüchtet und hatte dabei fast ihr gesamtes Vermögen verloren. Ihre Kunstsammlung hatte sie bereits 1933 in der Schweiz in Sicherheit gebracht. Aus wirtschaftlichen Gründen musste sie sich von ihr trennen. Die Kollektion, darunter auch das Dresdner Konvolut, wurde 1942 in Luzern versteigert.
Das Kupferstich-Kabinett hatte den Angaben nach vor Jahren einige Blätter der Sammlung Freund in der «losart»-Datenbank als Fund gemeldet. Bei der seit 2008 verstärkten Provenienzrecherche seien dann weitere Blätter identifiziert worden. Nach den Regeln der Washingtoner Konferenz von 1998 muss von den Nazis geraubtes Kulturgut nach Ablauf gesetzlicher Fristen an die Eigentümer oder deren Erben zurückgegeben werden. In Kooperation mit einer Berliner Kanzlei sei aber eine «faire und gerechte Lösung» gefunden worden, hieß es.
Durch den Ankauf bleibe dem Kabinett unter anderen die bedeutende Zeichnung «Kreuz im Gebirge» von Friedrich erhalten, erklärten die Kunstsammlungen. Sie variiere die Komposition des «Tetschener Altars», der sich als Hauptwerk des Romantikers in der Galerie Neue Meister befinde. Das Blatt, dessen Beziehung zu dem Gemälde noch ungeklärt sei, könne nun weiter erforscht werden. Mit Förderung des Bundes werde ein weiteres im «Sonderauftrag Linz» erworbenes Konvolut im Kupferstich-Kabinett untersucht.
|
























































