| Größte Cranach-Sammlung in Dresden zu sehen |
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| Donnerstag, 16. Dezember 2010 um 06:44 Uhr | ||
Dresden (dpa/sn) - Die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister stellt künftig auch ihren nahezu gesamten Cranach-Bestand im Semperbau am Zwinger aus. Ab 21. Dezember ist die ständige Ausstellung um 58 Gemälde der altdeutschen Malerfamilie erweitert, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden am Mittwoch mit. «Ich möchte bewusst machen, dass wir die weltgrößte Sammlung an Werken von Lucas Cranach dem Älteren und dem Jüngeren sowie Arbeiten aus deren Werkstatt haben», sagte Direktor Bernhard Maaz. Eine der repräsentativsten Kollektionen altdeutscher Kunst gewähre einen tiefen Einblick in das Zeitalter Luthers, in die Themen und das Menschenbild an der Epochenschwelle vom Mittelalter zur Renaissance.
Herkulestafeln, Herrscher-Porträts, Bildnisse von Martin Luther und Philipp Melanchthon, der Katharinenaltar, heitere Sujets zur Weibermacht und zahlreiche Darstellungen aus dem Leben und Wirken Christi geben einen Überblick über Cranachs Themenwelt und seine Darstellungen, die Kostümwelt der Renaissance und Themen der Kirche im reformatorischen Umbruch. «Wir wollen zeigen, welche Schätze die Galerie hat, die in aller Regel nicht komplett gezeigt werden können.» Die Galerie besitzt laut Maaz insgesamt 65 dieser Kunstwerke. «Einige hängen als Leihgaben in Ausstellungen oder sind in der Restaurierung.»
Die Malerfamilie hatte engen Kontakt zum Dresdner Hof. Kurz nach seiner Anstellung als Hofmaler am Wittenberger Hof führte Lucas Cranach d. Ä. (1472-1553) bereits Aufträge für den albertinischen Zweig des Herrscherhauses Wettin aus. Die lebensgroßen Abbilder Herzog Heinrichs des Frommen und seiner Frau Katharina von Mecklenburg waren die ersten weltlichen Ganzfigurenporträts in der Malerei Europas.
Laut Maaz war die altdeutsche Malerei des 16. Jahrhunderts bisher im Vergleich zur niederländisch-flämischen oder italienischen Malerei wenig präsent. Dabei identifizierten sich vor allem Besucher aus Russland und der Ukraine stark mit dieser Kunst. Die Präsentation der Cranach-Sammlung solle aber auch auf den Platzmangel des Museums aufmerksam machen. «Die Galerie braucht mehr Raum, denn sie hat Schätze, die es zu zeigen gilt», erklärte Maaz.
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