| Theater Altenburg-Gera profitiert von Gemälde-Verkauf |
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| Donnerstag, 16. Dezember 2010 um 06:44 Uhr | ||
Gera/Erfurt (dpa/th) - Die Landesregierung hat die Rettung des in Schieflage geratenen Theaters Altenburg-Gera zur Hälfte durch den Verkauf eines Gemäldes finanziert. Die Klassik Stiftung Weimar habe im Mai «Die Madonna mit dem Heiligen Bruno» von Jusepe di Ribera für zwei Millionen Euro an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin veräußert, berichtete die «Osterländer Volkszeitung» (Mittwoch-Ausgabe) und berief sich dabei auf das Kultusministerium. Davon flossen jetzt 488 000 Euro in den Rettungsschirm für das Theater. Es erhält wegen eines Defizits von 1,8 Millionen Euro eine Finanzspritze des Landes von rund einer Million Euro.
«Kultur rettet Kultur», zeigte sich Ministeriumssprecher Gerd Schwinger über das gute Werk des Heiligen Bruno erfreut, der im 11. Jahrhundert den Kartäuserorden gründete. Mit dem Verkauf werde jedoch kein Tafelsilber verscherbelt, um den Haushalt zu sanieren, erklärte Schwinger. Schon seit 2003 suchte die Klassik Stiftung nach einem Käufer für das Bild, das ursprünglich zum Eigentum der Thüringer Großherzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach gehörte. Veräußern darf sie zudem nur, was nicht zum Kernbereich gehört wie Zeichnungen Goethes. Das Gemälde stammt jedoch aus der Barockzeit.
Zur Auflage machte die Stiftung, dass der Heilige Bruno nur in einer öffentlich zugänglichen Sammlung innerhalb Deutschlands hängen darf. Die erste Million des Kaufpreises wurde bereits überwiesen, die zweite Rate folgt bis Ende März 2011. Laut Kultusministerium werden mit dem Geld außerdem die Landeszentrale für politische Bildung mit 160 000 Euro, die bildendende Kunst mit 100 000 Euro sowie die außerschulische Bildungsarbeit mit rund 210 000 Euro unterstützt. Weitere Kulturgüter stünden derzeit nicht zum Verkauf. Zuletzt war dies vor fünf Jahren der Fall. Damals verkaufte die Klassik Stiftung den Mörike-Nachlass für zwei Millionen Euro ans Deutsche Literaturarchiv in Marbach, um Geld für die Einigung mit Prinz Michael von Sachsen-Weimar zu bekommen.
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