| Cornelia Funke-Abenteuer zum Anfassen Von Lisa Krassuski, dpa |
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| Montag, 20. Dezember 2010 um 06:43 Uhr | ||
Sie gilt als Deutschlands erfolgreichster Kulturexport. Im Theater und auf der Kinoleinwand waren die Geschichten der Fantasy-Autorin Cornelia Funke bereits zu sehen - nun sind sie auch in einem Museum zu erleben.
Berlin (dpa/bb) - Drachensteine, Zwergenschädel und Schlangenköpfe in kleinen Gläsern. In der Mitte eines Hexenhauses steht ein großer schwarzer Topf, in dem Giftfrösche schwimmen. «Die Vorstellung das zu essen, ist ganz schön eklig», sagt der 9-jährige Yusef und grinst dabei. Trotzdem hat dem jungen Premierenbesucher die Hütte mit dem gruseligen Inventar am besten gefallen. Yusef ist einer der wenigen, die bei der Eröffnung von «Frische Tinte - Reckless und was davor geschah» dabei sein durften - der weltweit ersten Ausstellung von Kinderbuchautorin Cornelia Funke.
Die Schau im Berliner Kindermuseum wurde am Samstag offiziell vorgestellt, am Sonntag können dann auch Besucher zum ersten Mal in die bunte Welt von Funkes Figuren eintauchen. Die Autorin selbst konnte zur Premiere nicht nach Berlin kommen - wegen des Schneechaos hob ihr Flieger in London gar nicht erst ab.
Mit mehr als 50 Büchern gilt die 52-Jährige, die ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen stammt und heute in den USA lebt, als Deutschlands erfolgreichster Literatur-Export: Ihre Werke wurden mittlerweile in über 40 Sprachen übersetzt. Zu ihren bekanntesten Stücken zählen «Hände weg von Mississippi», «Die wilden Hühner» und die «Tintenherz»-Trilogie. Die Geschichten der beliebten Fantasyautorin waren schon auf der Kino-Leinwand und im Theater zu sehen - nun gibt es acht der Roman-Abenteuer auch zum Anfassen und Mitmachen.
In dem Museum im Berliner Stadtteil Wedding können Tafeln bemalt, Tunnel durchkrabbelt und Höhlen entdeckt werden. Im Mittelpunkt der Schau, die für Kinder im Alter von 4 bis 11 gedacht ist, steht Funkes neuester Roman «Reckless». Hier kommt auch das gruselige Hexenhaus und «Die Bar zum Menschenfresser» vor, in der kleine Holzgewehre und kuschelige Wildschweinköpfe an der Wand hängen.
In der Welt von «Emma und der blaue Dschinn» spielen Kinder mit orientalische Sitzkissen und bunten Tüchern oder reiten auf einem riesigen Kamel. Auch der «fliegende» Teppich ruft zum rumklettern auf. Aus Lautsprechern tönt die Geschichte von Emma und dem Flaschengeist - wahlweise auf deutsch oder englisch.
Von der ersten Idee bis zur Eröffnung seien zwei Jahre vergangen, berichtet Museums-Geschäftsführerin Roswitha von der Goltz. Am Anfang stand die Frage: «Wie kann man Bücher zu einer Ausstellung machen?» Die Antwort: «In dem man sie liest!», sagt die Leiterin lachend.
Bei der Gestaltung ließen sich die Ausstellungsmacher von Funkes bunten Geschichten inspirieren. «Die Bilder purzelten nur so aus unserem Kopf», schwärmt von der Goltz. Bei der eigentlichen Umsetzung wurden die Berliner von rund 20 Hamburger Illustrations-Studenten unterstützt - Berufskollegen von Funke also, denn die 52-Jährige war vor ihrer Karriere als Schriftstellerin selbst Illustratorin.
«Für mich war es wichtig, dass ich nicht so viel von ihr sehe», erzählt Clara de Villiers von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Bei ihren Zeichnungen wollte sie frei von festen Vorgaben sein. Die 26-Jährige war in der Gruppe, die die Abenteuer von Drachenreiter Ben illustrierte. Dabei gestaltete sie einen Teppich aus blauen Mondblüten.
Die Schau, die vom Haupstadtkulturfonds gefördert wurde, soll noch rund anderthalb Jahre in Berlin zu sehen sein. Die Museumsbesitzer wünschen sich noch eine zweite «Premiere» - dann natürlich mit Cornelia Funke.
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