| NRW-Ausstellungen 2011 - Fotos, Frauen und Picasso mal anders Von Dorothea Hülsmeier, dpa |
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| Dienstag, 28. Dezember 2010 um 18:57 Uhr | ||
Das Mega-Event Kulturhauptstadtjahr im Ruhrgebiet hat ein Feuerwerk an hochkarätigen Kunstausstellungen in ganz Nordrhein-Westfalen nach sich gezogen. Im neuen Jahr bieten die Museen weniger Blockbuster, dafür aber Leckerbissen für Kunstliebhaber.
Düsseldorf (dpa/lnw) Picasso mal anders, Impressionisten, Frauen der Avantgarde und ganz viel Fotografie - vom Rhein bis zur Weser bieten Museen in diesem Jahr Außergewöhnliches. So ist die Schau zu den westeuropäischen Avantgarde-Künstlerinnen der 20er und 30er Jahre (22.10.2011 bis 15.1.2012) Höhepunkt in der Kunstsammlung Nordrhein- Westfalen, die 2011 ihr 50. Gründungsjahr feiert.
Die große Beuys-Retrospektive «Parallelprozesse» wird leider Mitte Januar schon wieder abgebaut - eine Woche vor dem 25. Todestag des Künstlers mit dem Filzhut (1921-1986). Dafür präsentiert das K 20 ab 26. Februar eine Werkschau zu Thomas Struth, der zu den renommiertesten deutschen Fotografen zählt.
Zu dem bedeutendsten deutschen Impressionisten Max Liebermann konzipiert die Bundeskunsthalle in Bonn in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kunsthalle eine Schau (21.4.-11.9.). Impressionismus lockt oft Massen an: Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum setzt mit Alfred Sisley (13.9.- 29.1.2012) seine erfolgreiche Impressionismus-Reihe fort.
Nach der Blockbuster-Ausstellung zu den Impressionisten in Paris konzentriert sich das Essener Museum Folkwang auf Fotografien mit Ausstellungen zu Antje Dorn (5.3.-15.5.) und dem US-Fotografen Joel Sternfeld (16.7.-23.10.). Auch in Ostwestfalen setzt das Museum Marta auf Fotografie und zeigt ab März die US-Fotokünstlerin Cindy Sherman (bis 8.5.).
Dass Pablo Picasso nicht nur ein begnadeter Künstler, sondern auch ein Meister der Selbstinszenierung war, demonstriert das Museum Ludwig in Köln mit der Schau «Ichundichundich». Mehr als 200 Picasso- Aufnahmen großer Porträt-Fotografen von Henri Cartier-Bresson bis Man Ray werden präsentiert (24.9.-16.1.2012). Die Bielefelder Kunsthalle zeigt Picasso 1905 in Paris das Jahr des Wendepunkts des berühmten Malers (25.9.-15.1.2012).
Die weltberühmte Düsseldorfer Malerschule von 1819 bis 1918 beleuchtet in einer Überblicksausstellung mit rund 350 Werken das Düsseldorfer museum kunst palast (24.9.-22.1.).
Auch abseits der Metropolen wartet NRW mit großer Kunst auf. Im LWL-Landesmuseum in Münster ist der Höhepunkt eine Ausstellung zu dem Fotokünstler Thomas Ruff (25.9.-8.1.2012), Vertreter der weltweit bekannten rheinländischen Fotoszene. Dem Maler Blinky Palermo, Beuys- Schüler und «James Dean» der Kunstszene, der 1977 mit erst 33 Jahren starb, ist ab 27. Februar eine Schau gewidmet (bis 15.5.).
Am Niederrhein wird mit Spannung die Mitte September geplante Wiedereröffnung des Museums Schloss Moyland mit dem weltweit größten Bestand an Werken von Joseph Beuys erwartet. Lange war die krude «Petersburger Hängung» eng zusammen und in mehreren Reihen übereinander kritisiert worden. Mitte September präsentiert Museumschefin Bettina Paust das neue Konzept der Sammlung.
Dem legendären Begründer der Minimal Art, dem US-Künstler Carl Andre, widmet das Kurhaus Kleve ab 10. April eine Schau. Andre erhält im Frühjahr den Züricher Roswitha Haftmann-Preis. Mit umgerechnet 100 000 Euro ist es der höchstdotierte europäische Kunstpreis.
Und wer bei diesem Programm immer noch Zeit hat, für den ist die nächste große Sonderschau im Neanderthal-Museum in Mettmann richtig: Dort dreht sich vom 21. Mai bis 25. September alles um die Zeit - vom Urknall bis zur Zeitrechnung verschiedener Völker.
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