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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Studie: Älteste Narren-Darstellung stammt aus Mainz PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 02. Februar 2010 um 19:03 Uhr

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Mainz (dpa) - Die älteste erhaltene Darstellung eines Narren in Deutschland stammt passenderweise aus der Fastnachtshochburg Mainz. Das haben Studien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums ergeben. Das figürliche Relief eines Knochenspielsteins zeige einen kahlköpfigen, nackten Mann, der auf einer Wippe oder einem schaukelnden Boot sitze, sagte die Archäologin Mechthild Schulze- Dörrlamm am Dienstag in Mainz. Sie habe die Figur, die eine Keule in der Hand hält, bei ihren Forschungen über mittelalterliche Brettspielsteine entdeckt. Der Stein gehört zu einem Backgammon-Spiel aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und wurde im frühen 19. Jahrhundert auf dem Mainzer Schlossplatz gefunden.   

 

Das damalige Altertumsmuseum erwarb den Spielstein 1844, er ging jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren. Im Römisch-Germanischen Zentralmuseum blieb die originalgetreue Kopie erhalten, Wissenschaftler rätselten allerdings bislang über den Sinn des merkwürdigen Reliefs. Schulze-Dörrlamm kam der Sache nun nach eigenen Worten durch den Vergleich mit Psalmenillustrationen des späten 12. und 13. Jahrhunderts auf die Spur.   

 

Die Miniaturen in den Psalmen zeigen immer einen nackten - weil sündigen - Mann mit kahlem Kopf, der mit erhobener Keule vor König Salomon steht. Er gelte als Narr, weil er im Streit mit dem weisen Herrscher die Existenz Gottes leugne, erklärte die Wissenschaftlerin. In Bildern des Spätmittelalters sei der kahle Kopf mit der Narrenmütze bedeckt und die erhobene Keule in das Narrenzepter verwandelt worden.   

 

«Sicher gab es im 11. Jahrhundert andere Narrendarstellungen, die Vorbilder für den Schnitzer des Knochenspielsteins gewesen sein müssen, sie gingen jedoch verloren», erläuterte Schulze-Dörrlamm. «Dass die älteste, erhalten geblieben Abbildung eines Narren ausgerechnet auf dem Mainzer Schlossplatz gefunden wurde, also in unmittelbarer Nähe des traditionellen Sitzungssaals der Mainzer Fastnacht, ist ein ebenso schöner wie erstaunlicher Zufall.»



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