| Spenden für Leipziger Völkerschlachtdenkmal dringend nötig |
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| Mittwoch, 03. Februar 2010 um 11:47 Uhr | ||
Von Tobias Chmura, dpa
Leipzig (dpa) Klaus-Michael Rohrwacher hat eine ganz besondere Beziehung zum Leipziger Völkerschlachtdenkmal: Sein Großvater baute als Steinmetz und Bildhauer an dem 1913 errichteten Bauwerk mit und sein Vater war in den 1960er Jahren an der Renovierung beteiligt. Er selbst ist Vorsitzender des Fördervereins und will bis 2013 mindestens 6,5 Millionen Euro sammeln, um den Koloss zu sanieren. «Nach der praktischen Arbeit meiner Vorfahren trage ich nun sozusagen auf der theoretischen Ebene zum Erhalt bei», sagt der 56-Jährige.
Krieg und Wetter haben an dem Mahnmal zur Erinnerung an die Völkerschlacht von 1813 ihre Spuren hinterlassen, zu DDR-Zeiten wurde nur notdürftig renoviert. Stadt und Land investieren zwar schon 17 Millionen Euro in Europas größtes Denkmal. Damit kann aber nur das Bauwerk restauriert werden, die Außenanlagen wie Haupttreppe und das große Wasserbecken bleiben außen vor. Dabei soll das Wahrzeichen der sächsischen Messestadt zum Doppeljubiläum - 200 Jahre Völkerschlacht, 100 Jahre Einweihung - in neuer Pracht erstrahlen. Dort, wo 500 000 Soldaten in einer der bis dahin größten Schlachten der Menschheitsgeschichte gekämpft hatten. Napoleon hatte dabei gegen alliierte Truppen aus Preußen, Russland, Schweden und Österreich verloren.
Mit Stifterbriefen im Wert von 500, 1000 und 2013 Euro soll nun Kapital gewonnen werden, um die Außenanlagen zu sanieren. Auch Karl- Heinz Gerstenberger hat einen Brief gekauft. Der 75-Jährige lebt in den USA und verbrachte bis 1947 seine Kindheit in Leipzig, spielte beim VfB Leipzig Fußball. «Zum Training hieß es dann, mit der Straßenbahn am Denkmal vorbeizufahren», sagt er. Als er vom Förderverein erfuhr, nahm er Kontakt auf und kaufte einen Stifterbrief. Seiner und die Namen anderer Stifter sollen künftig auf einer Messingtafel am Fuße des Denkmals stehen, das nicht nur Mahnmal für den Frieden sei. «Es erinnert auch an die 120 000 Opfer der Schlacht, darunter auch viele Zivilisten», sagt Rohrwacher.
Dem Steinmetz ist es wichtig, die Hülle zu erhalten, denn bauhistorisch sei das Völkerschlachtdenkmal einzigartig. «Es ist das erste dieser Größenordnung, das in der Betonstampfbauweise entstand.» Für den 91 Meter hohen und 300 000 Tonnen schweren Koloss wurden 120 000 Kubikmeter Stampfbeton verbaut. Wer davor steht, fühlt sich von dem massigen Denkmal geradezu erdrückt, das jährlich von rund 190 000 Menschen besucht wird. An seinem Fuß zeigt ein 19 Meter hohes und 60 Meter breites Relief den Erzengel Michael, der auf einem Wagen über das Schlachtfeld fährt. In der riesigen Kuppelhalle - an der Wand Abbilder von 324 fast lebensgroßen Rittern - halten 9,50 Meter hohe Ritterfiguren Totenwache.
Schon bei der Errichtung hatte ein Verein geholfen - der von Architekt Clemens Thieme 1894 gegründete «Deutsche Patriotenbund», der bis zu 90 000 Mitglieder hatte. Dieser sammelte unter anderem mit einer Lotterie Geld. Heute soll neben den Stifterbriefen auch der Verkauf des «Völkerbrotes» bei sächsischen Bäckern 20 Cent pro Stück einbringen.
Noch ist der Verein von seinem Ziel, 6,5 Millionen Euro für die Außenanlagen aufzutreiben, weit entfernt, hofft wegen der Jubiläen aber auf wachsendes Interesse. Zunächst soll die Haupttreppe restauriert werden - Kosten: rund 800 000 Euro. Ein Drittel der Summe soll bis zum Sommer auch aus Mitteln des Vereins zusammenkommen. Dann hofft Rohrwacher auf Geld von Land und Stadt, aber auch auf Fördermittel der EU. «Schließlich war die Völkerschlacht ein europäisches Ereignis.»
Internet: www.voelkerschlachtdenkmal.de |

























































