| Badisches Landesmuseum zieht mehr Besucher an |
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| Mittwoch, 03. Februar 2010 um 18:50 Uhr | ||
Karlsruhe (dpa/lsw) - Die Wirtschaftskrise ist im vergangenen Jahr am Badischen Landesmuseum weitgehend vorbeigegangen. Durch selbst finanzierte Ausstellungen und Erfolge mit Projekten unter anderem zum Altertum kamen wieder deutlich mehr Besucher ins Karlsruher Museum als im weniger erfolgreichen Jahr 2008. Insgesamt schauten sich rund 308 000 Menschen die drei Sonderausstellungen und kleineren Präsentationen im Schloss und in den Außenstellen an. Das sind 24 Prozent mehr als im 2008. Der Umsatz nahm um 56 Prozent zu. «Das ist bei der angespannten Situation der öffentlichen Haushalte eine große Hilfe», sagte die kaufmännische Leiterin des Museums, Susanne Schulenburg, am Mittwoch. Genaue Zahlen nannte sie nicht.
Dennoch sei die Wirtschaftskrise zu spüren: «Wenn wir nicht Ausstellungen durch Rücklagen finanziert hätten, hätten wir es deutlich schwerer.» Auch die regionale Konkurrenz aus Mannheim, Speyer und Stuttgart vor allem bei archäologischen Ausstellungen mache sich bemerkbar, sagte Schulenburg.
Zum Landesmuseum gehören neben dem Schloss und dem Museum beim Markt unter anderem auch das Museum in der Manufaktur Majolika, das Deutsche Automatenmuseum im nahen Bruchsal (Kreis Karlsruhe), das Keramikmuseum in Staufen und das Klostermuseum in Calw-Hirsau. In den vergangenen 14 Jahren hat sich die Zahl der Besucher in den Standorten des Landesmuseums fast verdoppelt.
Im laufenden Jahr soll vor allem die Große Landesausstellung «Vom Minnesang zur Popakademie» (16.4.-12.9.2010) trumpfen. Zeitgleich zum Beitrag des Landesmuseums Württemberg in Stuttgart über «Freud und Leid in Dur und Moll» präsentiert das Landesmuseum eine Ausstellung zur Entwicklung der Musikkultur im Südwesten in den vergangenen Jahrhunderten - von der Musik des Mittelalters über Humanismus und Reformation bis zum 19. Jahrhundert und der modernen Popmusik aus der Rheinpfalz.
Ebenfalls geplant: eine archäologische Sonderausstellung zur sogenannten Michelsberger Kultur, die zurückgeht auf eine Ausgrabungsstätte bei Untergrombach in der Nähe von Bruchsal (20.11.2010-15.5.2011). Das Musikautomatenmuseum widmet sich der Operette «Schwarzwaldmädel» von Léon Jessel aus dem Jahr 1917 (30.4.- 1.8.2010).
Nicht nur in Karlsruhe zeigt sich das Museum zufrieden. In den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen (rem) gab es zwar Einbußen. «Aber wir hatten zuvor auch ein Rekordjahr», sagte Sprecher Alexander Schubert. Nach 330 000 Besucher im Jahr 2008 kamen rund 258 000 Menschen in die rem. «Wir sind sehr zufrieden», hieß es. «Vor allem Sonderausstellungen wie die aktuelle Schau zu Alexander dem Großen bedeuten immer einen extremen Zulauf.»
Auch 2009 habe es der Bilanz gut getan, dass sich Museen bei ihren thematischen Schwerpunkten abgesprochen hätten. «So hat ein Besucher gleich mehrere Anlaufpunkte», sagte Schubert. Im laufenden Jahr arbeiten die Museen bei der großen Ausstellung «Die Staufer und Italien» mit insgesamt 23 Orten in der Region zusammen.
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