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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




artefacti® - Dies ist der Onlineshop des Altenburger Künstlers Michael Külbel. Hier können Sie die abstrakte Kunst des Künstlers direkt erwerben. Jedes Bild ein Unikat. Kein Bild wird mehrfach angefertigt. Der Künstler verfügt über eine aussagekräftige Vita, hatte zahlreiche Ausstellungen und einige Großprojekte. Mehr über den Künstler und seine abstrakte Kunst erfahren Sie auf seiner website www.mk4art.de

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20 Jahre Overbeck-Museum: Neupublikation wird am 14.2. vorgestellt PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 04. Februar 2010 um 19:48 Uhr

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Zum Jubiläum erscheint Werkverzeichnis der Studien von Fritz Overbeck

 

 

Das Jahr 2010 steht im Overbeck-Museum ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag. Aus diesem Anlass erscheint am 14. Februar auch das neue Werkverzeichnis der Studien von Fritz Overbeck, herausgegeben von Gertrud Overbeck. Die aktuelle Publikation gibt einen ausführlichen Überblick über die sogenannten Studien des bekannten Worpsweders und ist nach der Präsentation für 20 Euro im Shop des Overbeck-Museums erhältlich. Unter „Studien“ versteht man Ölgemälde auf Karton, die häufig in kleinen Formaten angelegt sind und für die Freilichtmaler vom Weyerberg von zentraler Bedeutung waren. Die Worpsweder standen in der Tradition der Künstlerkolonie von Barbizon, einer Bewegung, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts stilbildend werden sollte. Auch in Deutschland schlossen sich bald junge Maler in Gruppen zusammen und zogen aufs Land, um die freie Natur unmittelbar auf ihren Bildern festzuhalten. Sie emanzipierten sich damit von den häufig recht angestaubten Lehrmethoden der staatlichen Akademien, wo die Landschaftsmalerei nur eine dienende Funktion hatte. Statt des gelblichen Akademietons strebten die Künstler nach frischen Farben, sie wollten das Spiel von Licht und Schatten einfangen und ihre Umgebung so festhalten, wie sie wirklich war, und sie nicht einem stilisierten Idealbild unterordnen.

 

Fritz Overbeck: Birken vor Kornfeld, Öl/Karton, 37,5x55,5 cm

Fritz Overbeck: Birken vor Kornfeld, Öl/Karton, 37,5x55,5 cm

 

 

Die Maler der Künstlerkolonie Worpswede, zu deren Gründungsvätern Fritz Overbeck zählt, schlossen sich 1894 offiziell zusammen und legten damit den Grundstein für den Ruhm des Malerdorfs, der bis in die Gegenwart ausstrahlt. Sie folgten in ihren Ideen den Prinzipien der französischen Plein-Air-Malerei und machten daher die Natur selbst zu ihrem Arbeitsraum. Da sie aber kaum mit großen und empfindlichen Leinwänden ungeschützt bei Wind und Wetter draußen malen konnten, fertigten sie zunächst Studien an, also Vorabreiten für die großen Ölbilder, die später im Atelier entstehen sollten. Dieser Umstand erklärt den hohen Stellenwert, der den Studien gerade für die Freilichtmalerei zukommt.

 

 

520 dieser Studien hat Gertrud Overbeck in ihrem neuen Verzeichnis erfasst. Die Bilder sind nach Orten gegliedert, um ihre Entstehungszeit einzukreisen (genaue Jahreszahlen sind häufig nicht bekannt, da die Bilder nicht für den Verkauf gedacht waren und daher meist undatiert sind), und zudem in Motivgruppen zusammengefasst. So lässt sich beispielsweise sehr schön nachvollziehen, wie sich Fritz Overbeck, der berühmte Wolkenmaler, in zahlreichen Vorarbeiten dem Himmel über Worpswede in immer neuer Weise angenähert hat, um all seine Schattierungen genau zu erfassen. Das Werkverzeichnis der Studien erlaubt so zum ersten Mal einen intimen Blick auf die Entstehungsgeschichte bekannter Bilder, es zeigt, welche Motive dem Künstler besonders wichtig waren und gewährt gleichzeitig Einblick in die Arbeitsprozesse des Malers. Häufig waren die Studien nämlich nicht nur kleine Fassungen späterer Großformate auf Leinwand, sondern sie dienten Overbeck auch als Experimentierfelder. Hier konnte er ungezwungen neue Techniken ausprobieren und sich mit aktuellen Strömungen auseinandersetzen, so dass seine Studien zum Teil sogar moderner und spannender wirken können als die Bilder, mit denen der Maler zu Lebzeiten auf Ausstellungen Erfolge feierte.

 

 

Dass es heute gelingt, die Studien Fritz Overbecks so umfassend vorzustellen, ist dem sorgsamen Umgang mit den Aufzeichnungen des Malers innerhalb der Familie zu verdanken. Gertrud Overbeck konnte für ihre Forschungen auf handschriftliche Listen ihrer Großmutter Hermine Overbeck-Rohte zurückgreifen, die nach dem frühen Tod ihres Mannes 1909 bemüht war, dessen Werk zusammenzuhalten und sein Schaffen zu dokumentieren. Ihr Sohn Fritz Theodor führte diese Listen weiter und legte außerdem den Grundstein für das erste Werkverzeichnis der Leinwandbilder seines Vaters. Eine aktuelle Fassung konnte Gertrud Overbeck, die Tochter Fritz Theodors, bereits vor zwei Jahren herausgeben. Das jetzt vorliegende Studienverzeichnis ist eine wertvolle und gerade aus kunsthistorischer Sicht hilfreiche Ergänzung, die die Forschung zum Schaffen des Worpsweders weiter voranbringt. Gertrud Overbeck hat sich diesem Werk in jahrelanger akribischer Arbeit gewidmet, zum Teil unterstützt von ihrer Cousine Ina Overbeck.  So ist es gelungen, zwei Drittel der Studien auch mit einer Abbildung zu belegen. Von anderen Bildern kennt man heute nur noch die Namen, beispielsweise aus Briefzitaten, bei manchen hat sich auch die Spur in den Wirren der Weltkriege verloren.

 

 

Am Sonntag, 14. Februar 2010 um 11.30 Uhr wird Gertrud Overbeck im Overbeck-Museum ausführlich über die anregenden Geschichten der Bilder referieren. Der Fotograf Bernd Wurthmann erläutert gleichzeitig, wie schwierig es ist, Gemälde unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten adäquat zu reproduzieren, und wie man alte Vorlagen doch noch farbecht wiedergeben kann. Mit dem Werkverzeichnis verbindet Gertrud Overbeck auch die Hoffnung für die Zukunft, bald noch auf neue, bisher unbekannte Studien ihres Großvaters zu stoßen. Die Bilderforschung im Overbeck-Museum ist also noch nicht abgeschlossen, und so lockt im Anschluss an die Buchpräsentation noch ein Rundgang durch die aktuelle Ausstellung „Blickwechsel“, in der die Besucher viele Studien im Original wiederentdecken können.

 

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Tags: overbeck  studien  f  
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