| Staatsgalerie kämpft in der Krise um Sponsoren |
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| Donnerstag, 04. Februar 2010 um 20:10 Uhr | ||
Stuttgart (dpa/lsw) - Die Wirtschaftskrise macht auch der Stuttgarter Staatsgalerie zu schaffen: Die Sponsoren würden weniger, sagte Direktor Sean Rainbird bei der Jahrespressekonferenz am Donnerstag in Stuttgart. «Wir müssen findiger werden, und auch breiter suchen.» Das Programm für 2010 könne aber dank Rücklagen und Landesmitteln noch ohne Abstriche gefahren werden. «Wir haben bislang nichts von Kürzungen gehört.» Dass die Besucherzahl 2009 mit gut 240 000 hinter dem Vorjahr zurückblieb, sei nicht überraschend, weil es keine größere Sonderausstellung in dem Jahr gegeben habe. Dafür habe der freie Eintritt in den ersten Monaten des Jahres viele neue Besucher in die hauseigene Sammlung gelockt.
Die Gratis-Aktion an fünf der zwölf Monate habe dem Museum «stolze Zahlen» beschert, betonte Rainbird. In der Spitzenzeit im Mai hätten sich bis zu 9000 Besucher pro Woche die Sammlung angesehen, durch die sonst die im Schnitt rund 2500 Besucher schlendern.
Auf Rosen gebettet sei die Staatsgalerie nicht - «höchstens auf alten», sagte der kaufmännischer Direktor Hans-Thomas Schäfer angesichts der angeknabberten Rücklagen. Zwar habe das Museum treue Sponsoren, aber einige seien auch abgesprungen. Deshalb müsse man bei neuen Ausstellungen noch mehr auf die Wirtschaftlichkeit schauen, betonte Rainbird. Eine große Ausstellung koste schnell mal eine Million Euro und mehr, denn Transport und Versicherung der Kunstwerke seien teuer. «Leihgaben aus dem Inland sind deutlich günstiger, aber das ist nicht der Anspruch unseres Hauses.»
Trotz Krise hat die Staatsgalerie 2010 einiges vor. Ein Glanzlicht ist die Ausstellung «Brücke Bauhaus Blauer Reiter» (6.3. bis 20.6.). Hier präsentiert das Museum erstmals eine Auswahl der 250 expressionistischen Werke des Unternehmers Max Fischer, die der Staatsgalerie als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurden. «... nur Papier und doch die ganze Welt...» heißt eine Sonderausstellung zum Jubiläum «200 Jahre Graphische Sammlung» (17.7. bis 2.11.). Und ab 27. November steht dann «Hans Holbein der Ältere: Die Graue Passion in ihrer Zeit» auf dem Programm. Daneben wollen die Verantwortlichen unter anderem den Internet- Katalog ausbauen und den Ehrenhof vor dem Museum herausputzen. Am 7. März soll zudem das neuen Gebäude der Rudi Häussler Jugend Stiftung eröffnet werden, in dem Kunstprogramme für Familien geplant sind.
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