| NATALJA GONTSCHAROWA Zwischen russischer Tradition und europäischer Moderne |
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| Freitag, 05. Februar 2010 um 20:00 Uhr | ||
NATALJA GONTSCHAROWA
Gontscharowa, Rüsselsheim 2010
Natalja Gontscharowa: Sie war Mitbegründerin der berühmten russischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, gilt gemeinhin als erste Futuristin, war die erste Frau, die einen weiblichen Akt malte und die erste Künstlerin, deren Werke bereits zu Lebzeiten von so bedeutenden Sammlungen wie der Tate Gallery in London und dem Guggenheim-Museum in New York angekauft wurden. Ihre Werke erzielen bei Auktionen Preise im zweistelligen Millionenbereich. Damit gehört die russische Malerin (1881 – 1962) zu den höchst gehandelten Künstlern weltweit. Ihr umfangreicher Nachlass schlummerte bis jetzt in Depots der berühmten Tretjakow-Galerie in Moskau. Vom 7. Februar bis zum 30. Mai 2010 sind Teile daraus in der Kunsthalle St. Annen Lübeck zu sehen. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde die Ausstellung NATALJA GONTSCHAROWA. Zwischen russischer Tradition und europäischer Moderne heute der Öffentlichkeit präsentiert.
Natalja Gontscharowa wurde am 16. Juni 1881 in Laditschino bei Tula in Rußland geboren. Sie studierte ab 1898 an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur, wo sie ihrem Lebensgefährten und späteren Mann Michail Larionow begegnete. Im Jahre 1906 zeigte sie ihre Arbeiten anlässlich des Pariser Herbstsalons erstmals im westlichen Ausland. Zusammen mit Michail Larionow nahm sie in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg an einer Reihe weiterer Ausstellungen im Ausland teil, u. a. am Blauen Reiter 1912 in München und am Ersten Deutschen Herbstsalon 1913 in Berlin. In Moskau war sie in dieser Zeit Teilnehmerin mehrerer avantgardistischer Ausstellungen.
1917 übersiedelte Natalja Gontscharowa mit Larionow nach Paris, wo die beiden zusammen arbeiteten und 1958 heirateten. Sie unterhielten enge Kontakte zur damaligen Pariser Kunstszene, wie Pablo Picasso, Fernand Léger u. a.. Für die „Ballets Russes“ des Russen Sergej Diaghilew entwarf Gontscharowa Kostüme und Bühnenbilder. „Die Ausstellung dieser einmaligen, genialen und überaus vielseitig begabten Malerin ist für ganz Norddeutschland ein unvergleichliches Kulturereignis, zumal es bisher in der gesamten Bundesrepublik noch nie eine Einzelausstellung der Gontscharowa gegeben hat“, erklärte Dr. Thorsten Rodiek, Direktor der Museen für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck, der die Ausstellung nach Lübeck holte.
Natalja Gontscharowa starb im Jahr 1962 in Paris. Sie hinterließ ein umfangreiches, vielschichtiges, zugleich aber auch stilpluralistisches Werk, das nun, nach der Erstpräsentation in den Opelvillen in Rüsselsheim, in der Lübecker Kunsthalle St. Annen und anschließend im Angermuseum in Erfurt in einer monographischen Werkschau der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 7. Februar 2010, um 11.30 Uhr.
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