| Schatzkammer der Kunstgeschichte Kaulbach-Villa in Ohlstadt |
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| Sonntag, 07. Februar 2010 um 20:13 Uhr | ||
Ohlstadt (dpa/lby) - Inmitten der Gemeinde Ohlstadt (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) versteckt sich ein wahres Schatzkämmerlein an Kunstgeschichte. Gemeint ist das Atelier des Malerfürsten Friedrich August von Kaulbach in dessen Ohlstädter Landhaus. Seit kurzer Zeit sind im Grafikzimmer der Villa bislang unbekannte Zeichnungen des Malers zu sehen - sowie Arbeiten Franz von Lenbachs und Olaf Gulbranssons.
Am 2. Juni 1850 wurde Friedrich August Christian Siegmund Kaulbach, wie der Künstler mit vollem Namen hieß, in München geboren. Sein Vater, Friedrich Kaulbach, war zu dieser Zeit bereits ein gefragter Porträtmaler. Kein Wunder, dass der Sohn nach dem Schulunterricht beim Vater Mal- und Zeichenstunden bekam. Später besuchte er die Kunstschule in Nürnberg und die Kunstakademie in München.
In der Dresdner Galerie kopierte er die alten deutschen Meister, von dessen Arbeitsweise und Bildgestaltung er sich in seiner Arbeit beeinflussen ließ. 1882 wurde er Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste in München und knapp ein Jahr später Professor an diesem Institut.
Zum «Luftschnappen» verließ Kaulbach die Großstadt München immer wieder für ausgedehnte Jagdtouren in den Bergen. Als die Jagdpacht bei Ohlstadt frei wurde, griff der Maler rasch zu und bezog 1893 ein Sommerhaus in der Gemeinde. Das ursprüngliche Häuserl ließ er 1903 und 1908 nach eigenen Entwürfen erweitern.
Im ehemaligen Atelier des Hauses sind heute eine Reihe von Porträts zu sehen, die zeigen, mit welcher Leidenschaft Kaulbach an die Ausarbeitung der Gesichter ging. Eine fast unbekannte Seite Kaulbachs sind seine Skizzen und Karikaturen. Im Grafikzimmer wird eine Auswahl davon präsentiert. Die Münchner Kunsthistorikerin Andrea Bambi konnte bei der Suche nach geeigneten Motiven aus dem reichen Fundus von mehr als 1000 Blättern schöpfen. Die Zeichnungen beweisen Kaulbachs Humor und Spontanität. Sie zeigen auch, dass der Maler der ihn umgebenden Adels- beziehungsweise Großbürgerwelt kritisch gegenüberstand, auch wenn er selber dazu gehörte, erklärt die Expertin.
Die Auswahl beginnt im Treppenhaus mit Porträts von Jägern aus Oberstdorf und Gebirgsszenen. Keine im Atelier ausgearbeitete Zeichnungen, sondern Skizzen, die Kaulbach während seiner Ausflüge schnell machte, manche nur mit Bleistift, andere koloriert.
Besonders stolz sind Andrea Bambi und Gertrud Kraus, die Leiterin des Fremdenverkehrsamtes Ohlstadt, darauf, auch Zeichnungen des Karikaturisten Olaf Gullbranssons ausstellen zu können. Es handelt sich dabei um Illustrationen zu einem Briefwechsel zwischen Kaulbach und dem befreundeten Gullbransson, die von der Kaulbach-Familie wie ein kleiner Schatz gehütet wurden.
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