| Kulturforum feiert zehnjähriges Bestehen |
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| Montag, 08. Februar 2010 um 19:29 Uhr | ||
Potsdam (dpa/bb) - Mit einer zehnteiligen Veranstaltungsreihe feiert das Deutsche Kulturforum östliches Europa seit Wochenbeginn sein zehnjähriges Bestehen. Unter dem Titel «Erinnern und Entdecken» werden das ganze Jahr über Daten wie der 200. Geburtstag des Komponisten Frédéric Chopin und 60 Jahre «Charta der deutschen Heimatvertriebenen» gewürdigt. Die Nachbarn in Mittel- und Osteuropa ließen sich nur verstehen, wenn man ihre Wurzeln kenne, sagte Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) bei der Vorstellung des Programms am Montag in Potsdam. Das Kulturforum will vor allem die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Osteuropäern vermitteln.
Dazu gehörten auch «schmerzhafte Themen» wie die Vertreibung Deutscher aus dem früheren Ostpreußen, erläuterte die Direktorin der Einrichtung, Doris Lemmermeier. Sie würden jedoch nicht etwa nur aus deutscher Perspektive, sondern ebenso aus derjenigen der Menschen vor Ort dargestellt. Das Kulturforum engagiert sich «für eine kritische und zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit der Geschichte jener Gebiete im östlichen Europa, in denen früher Deutsche gelebt habe beziehungsweise heue noch leben».
Gegenüber der Stiftung «Flucht, Vertreibung, Versöhnung», die an Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern soll, gebe es «überhaupt keine Berührungsängste», betonte Lemmermeier. Diese habe jedoch «ein ganz anderes Profil» als das Kulturforum. Die umstrittene Rolle des Bundes der Vertriebenen und seiner Präsidentin Erika Steinbach im Stiftungsrat sorgt seit längerem immer wieder für Schlagzeilen. Auf die Frage, welche Position sie in dem Streit beziehe, antwortete Lemmermeier knapp: «Gar keine.»
Gute Kontakte gebe es zu Polen, zum rumänischen Siebenbürgen sowie zu Moskau und St. Petersburg, während sie zu Estland und Lettland noch in den Anfängen steckten, berichtete die Direktorin. Den Anfang der diesjährigen Jubiläumsveranstaltungen sollte am Montagabend ein Konzert mit Werken des Komponisten und Violinvirtuosen Anton Ferdinand Titz in Potsdam machen. Der «geniale Sonderling» starb vor 200 Jahren in St. Petersburg.
Zu den Gastgeberorten zählen außer der russischen Stadt unter anderem Warschau, Prag, Odessa, München und Hannover. Das Deutsche Kulturforum war im Dezember 2000 als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Potsdam gegründet worden und wird vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien finanziert. Sein Jahresetat beträgt nach eigenen Angaben 1,2 Millionen Euro; es hat 13 Mitarbeiter.
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