| Kunsthalle Schweinfurt: Herman de Vries |
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| Montag, 08. Februar 2010 um 19:39 Uhr | ||
herman de vries all this here natur: werkgruppen und installationen Kunsthalle Schweinfurt, Große Halle 12. 2. – 16. 5. 2010
Eröffnung der Ausstellung 11. Februar 2010, 19 Uhr
Für den gebürtigen Niederländer herman de vries bildet Natur als ‚primäre wirklichkeit’ die Basis seines künstlerischen Schaffens. Der seinem fränkischen Wohnort Eschenau benachbarte Steigerwald ist seit 30 Jahren sein großes Atelier: Hier, aber auch auf der ganzen Welt, beobachtet er Prozesse des Werdens und Vergehens, sammelt Pflanzen, Steine, Erden, Holzkohle, durch die Natur veränderte Artefakte. Gehen, Schauen, Beobachten, Auswählen, Sammeln sind Grundkonstanten seiner Arbeitsweise. In übersichtlichen Reihen neben- und übereinander regt sie zu vergleichendem Sehen an. Er zeigt die Dinge aus der Natur an sich, in ihrem Sosein, ohne sie mit (symbolischer) Bedeutung aufzuladen.
Herman de Vries, im oberen Schöntal, 31.10.2008. Foto Marion Reissner
herman de vries möchte Menschen in den Städten, die die Beziehung zur Natur verloren haben, durch sein Werk zu einem erneuten, ehrfurchtsvollen Umgang mit der Natur und einem neuen Verhältnis zur sinnlich erfahrbaren Welt anregen: eine auch mit den Mitteln der Kunst zu erspürende und zu vermittelnde Einheit des Menschen mit der vielgestaltigen, sich ständig verändernden Natur. Der Ausstellungstitel all this here fasst programmatisch die philosophischen Vorstellungen des Künstlers von einer sich im Hier und Jetzt realisierenden und mit allen Sinnen erfahrbaren Einheit von Natur, Kunst, Religion zusammen.
Ausgehend von dem für den Künstler zentralen Konzept ‚chance & change’ werden in seinem Werk immer wieder Prozesse sichtbar: Zufall und ständige Veränderung, die unablässig Neues hervorbringen, Chaos und Ordnung als integrale Konstanten der Natur.
Projekt Spuren im Steigerwald von Herman de Vries, Foto Katharina Winterhalter
Der Ausstellungstitel all this here fasst programmatisch die philosophischen Vorstellungen des Künstlers von einer sich im Hier und Jetzt realisierenden und mit allen Sinnen erfahrbaren Einheit von Natur, Kunst, Religion zusammen. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf vielteiligen Werken:
Die Bodeninstallationen rosa damascena aus getrockneten, stark duftenden Rosenblüten ist eine Referenz an die erste Begegnung von herman de vries und Joseph Beuys 1984 beim Aufbau der Ausstellung von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf. Während herman de vries für rosa damascena drei Stunden lang von einer Leiter aus 108 Pfund stark duftende Rosenblüten auf den Boden streute, stand Joseph Beuys daneben, schaute zu und beide Künstler unterhielten sich angeregt.
Sprache und Schrift – einzelne Wörter, philosophische oder poetische Texte – sind wichtige Elemente im Œuvre von herman de vries. textwerke begleiten die ‚Realien’ aus der Natur: in einem lange andauernden, meditativen Akt tausendfach mit Pastellkreiden auf große Papierbögen geschriebene Worte wie „unity“‚ „chaos“ oder „all“. Kurator der Ausstellung: Dr. Erich Schneider und Andrea Brandl M.A.
Publikation
Zur Ausstellung erscheint ein vom Künstler gestaltetes Katalogbuch mit 148 Seiten, 68 ganzseitigen, teilweise ausklappbaren Farbtafeln und Texten von Cees de Boer, herman de vries, Heinz Mack, Henry Noltie, Erich Schneider, Barbara Strieder, Aurélie Tiffreau und Katharina Winterhalter. Preis: 24,90 €
Im Herbst ist in der großen Halle mit der Ausstellung des in der Oberpfalz lebenden Künstlers Franz Proebster-Kunzel (15. 10. 2010 – 23. 1. 2011) erneut eine Position zeitgenössischen Kunstschaffens zu sehen, die Natur ins Zentrum künstlerischer Ausdrucksform stellt. Begleitprogramm im Rahmen der Ausstellung Donnerstag, 11. 3. 2010, 19 Uhr „Unterwegs mit herman de vries“
Vortrag über Leben und Arbeiten dieses Künstlers im Steigerwald mit anschließender Führung durch die Ausstellung mit Katharina Winterhalter, Journalistin Donnerstag, 29. 4. 2010, 19 Uhr „Die Arbeiten von herman de vries: Philosophische Hintergründe und Implikationen“ Vortrag von Dr. Cees de Boer, Freire Kurator und Publizist Eintritt und Führung 5,- euro
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