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Dank ihres modischen Geschmacks, ihrer Sammelleidenschaft und ihres Strebens nach fürstlicher Machtdarstellung hatten die kunstsinnigen Kurfürsten von Sachsen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert eine Art orientalische Schatzkammer aufgebaut.
Obwohl schon früh ein eigenständiger Sammlungsbereich innerhalb der Rüstkammer – seit 1614 ist der Begriff Türckische Cammer gebräuchlich – fehlte es den Objekten in den letzten 70 Jahren an einer attraktiven musealen Präsentation.
Immerhin konnten die Schätze in einer vergleichbaren Vielzahl zuletzt bis zum Jahr 1942 im Johanneum gezeigt werden. Nach fast siebzigjähriger Unterbrechung werden die kunst- und kulturhistorischen Kostbarkeiten ab dem 7. März 2010 in einer fantastischen Neuinszenierung dauerhaft zu erleben sein.
Anders als es der überlieferte Begriff „Türckische Cammer“ vermuten lässt, werden fortan auf 750 Quadratmetern rund 600 Objekte wie Gewänder, mit Edelsteinen verzierte Waffen, Prunkreitzeuge, wertvolle Stoffe und osmanische Zelte präsentiert. Diese Objekte sind nicht „anonym“, sondern haben größtenteils eine erforschte Geschichte, die den Besuchern vermittelt wird. Jahrzehntelange Forschungs- und Restaurierungsarbeit steht dahinter. Die neue Präsentation, konzipiert von Holger Schuckelt und gestaltet durch das Architekturbüro Peter Kulka, ist eine veritable Neuerfindung.

Die Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden verfügt über eine der ältesten und umfangreichsten Sammlungen orientalischer und orientalisierender Kunstobjekte außerhalb der Türkei.
Türckische Cammer: Pferde mit osmanischem Reitzeug Ende 17./Anfang 18. Jh.
Nach den Eröffnungen des Kupferstich-Kabinetts und des Grünen Gewölbes in den letzten Jahren erwartet die internationalen Gäste der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden jetzt eine weitere Museumsattraktion, die in Deutschland und weit darüber hinaus Ihresgleichen sucht. Auf dem Weg zur Vervollkommnung des Dresdner Residenzschlosses als ein Zentrum der Kunst und Wissenschaft von weltweiter Ausstrahlung bedeutet die Eröffnung der Türckischen Cammer einen großen Schritt nach vorn.
Die neue Dauerausstellung im Residenzschloss nutzt – wie schon beim Grünen Gewölbe - neueste Ausstellungstechnik und schafft eine besondere Atmosphäre, die den Besuch zum unverwechselbaren Erlebnis macht: Eigens für die Dauerausstellung wurden zweifach entspiegelte und klimatisierte Glasvitrinen gefertigt. Vor nachtblauen Wänden und rotem Seidenstoff werden die exquisiten Kunstwerke in einem Wechselspiel aus Licht und Dunkelheit präsentiert.
Zu den Höhepunkten der neuen Dauerausstellung zählen unter anderem acht, eigens für die Präsentation von Prunkreitzeugen aus Holz geschnitzte Pferde in Originalgröße. Jeder der rund 150 kg schweren und prunkvoll geschmückten Araber ist ein Unikat.
Das größte und spektakulärste Objekt der neu entstandenen Türckischen Cammer ist ein osmanisches Zelt aus dem 17. Jahrhundert – 20 Meter lang, 8 Meter breit und 6 Meter hoch. August der Starke hatte es 1729 nach Dresden gebracht. Nur wenige europäische Museen besitzen überhaupt ähnliche textile Kostbarkeiten. Einzigartig aber ist die Präsentation in Dresden, die dem Besucher gestattet, das aufgespannte Zelt zu durchschreiten und das prachtvolle Innere hautnah zu erleben. Auf rotem Fond schimmern vielfarbige Applikationen aus Atlas, Baumwolle und vergoldetem Leder. Über einen Zeitraum von 14 Jahren ist dieses Zelt restauriert worden.
Die neue Dauerausstellung wird von einem umfangreichen museumspädagogischen Rahmenprogramm begleitet, zu dem auch Führungen in türkischer Sprache zählen.
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Wie lange geht diese Dauerausstellung?
Mit freundlichem Gruß
B.Fischer