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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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«Poth für die Welt» - Ausstellung zum 80. Geburtstag PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 09. Februar 2010 um 19:51 Uhr

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Von Thomas Maier, dpa

 

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Seine Milieustudien aus der deutschen Alternativ-Szene wurden einst zum Bestseller. Doch sein Lebensprojekt war der bitterböse Blick auf seinen letzten Wohnort Sossenheim - einem Dorf, das zu einer Frankfurter Trabantensiedlung verkam. Der Zeichner Chlodwig Poth, Mitglied der «Neuen Frankfurter Schule», wäre am 4. April dieses Jahres 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet das Frankfurter Museum für Komische Kunst (Caricatura) dem Künstler vom 11. Februar bis 25. April eine Sonderausstellung. Unter dem Titel «Poth für die Welt» zeigt die Caricatura einen Querschnitt aus dem Schaffen Poths, der im Juli 2004 gestorben ist.    

 

Poth gehörte zusammen mit Hans Traxler zu den Gründern der Satire- Zeitschriften «Pardon» und «Titanic». Berühmt wurden in den 1970er Jahren seine Bilder-Geschichten «Mein progressiver Alltag», in denen er die kleinen Lebenslügen der 68er-Generation genauso unnachahmlich wie schonungslos aufspießte. Unter den führenden Köpfen der «Neuen Frankfurter Schule» gilt Poth als der bissigste und wohl auch politischste Karikaturist, der anders als Robert Gernhardt oder auch F. W. Bernstein für reinen Nonsens nicht zu haben war.   

 

 

«Er hat die letzten 50 Jahre am intensivsten von uns allen nacherzählt und auf den Punkt gebracht», meint sein alter Weggefährte und Freund Traxler. Eigenwillig und von seiner Arbeit besessen wie Chlodwig Poth war, verschrieb er sich 1990 mit «Last Exit Sossenheim» (Letzte Ausfahrt Sossenheim) auch einem einzigartigen Projekt. Bis zu seinem Tod widmete er sich 14 Jahre lang mit Hilfe von 500 farbigen Zeichnungen der Welt von Sossenheim, wo Poth in einem ehemaligen Schulhaus wohnte.   

 

«Sossenheim, zwischen zwei Autobahnen und zwei großen Chemiewerken gelegen, ist ein Gebäudehaufen ohne Gesicht, Eigenart und Charme», sagte Poth einst. Dennoch fand er diesen Architektur-Mischmasch nach eigenen Worten hinreißend. Seine Motive nahm er zuerst immer mit der Kamera auf. In den letzten beiden Jahren seines Lebens, als Poth fast erblindet war, funktionierte er eine Lesehilfe für Sehschwache zur Zeichenmaschine um.   

 

Daraus sind skurrile Zeichnungen mit ätzendem Humor entstanden: Auf einem Großplakat an einer Hauswand im verstädterten Dorf heißt es passend zum weltläufigen Frankfurter Anspruch «think big!», während auf der anderen Seite der Straße ein älterer Passant unwirsch meint: «Sofort nach meinem Tod gehört die ganze Menschheit ausgerottet!».   

 

Traxler sieht Chlodwig Poth in seiner Auseinandersetzung mit Frankfurt-Sossenheim - dem Schwerpunkt der Ausstellung - in der Tradition der Berliner Heinrich Zille und George Grosz oder des Wieners Manfred Deix. «Doch keiner ist dabei so rabiat vorgegangen.»   

 

Poth, 1930 in Wuppertal geboren und während der Nazizeit in Berlin aufgewachsen, ist auch Verfasser von zahlreichen Romanen, Hörspielen, Märchen und Kurzgeschichten. 1997 erhielt er als erster den Satirepreis «Göttinger Elch». 2002 veröffentlichte er seine Autobiografie unter dem Titel «Aus dem Leben eines Taugewas».   

 

Service: die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs von 10 bis 21 Uhr; der reguläre Eintrittspreis beträgt fünf Euro; zur Ausstellung liegt ein im Verlag Antje Kunstmann erschienenes Buch zum Preis von 19,90 Euro vor, ISBN 3-88897-405-4.

 

 

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Tags: poth  frankfurter  chlodwig  sossenheim  f  
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