| Ehrenbürgerporträt von Biermann in Berlin enthüllt |
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| Donnerstag, 11. Februar 2010 um 05:50 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Der Liedermacher Wolf Biermann (73) ist von Berlin mit einem Ehrenbürgerporträt ausgezeichnet worden. Bei der Enthüllung des Gemäldes im Abgeordnetenhaus sagte Parlamentspräsident Walter Momper am Mittwoch, das Bild und die Verleihung der Ehrenbürgerwürde 2007 seien eine «Art Wiedergutmachung» an einem mutigen Künstler. «Biermann, der ewige Provokateur, hat die Spaltung der Stadt und die Spaltung unseres Landes kompromisslos beim Namen genannt.»
Das Gemälde des früheren DDR-Künstlers Ronald Paris zeigt Biermann in blauer Arbeiterjacke mit seiner berühmten zweilöcherigen Gitarre und ausdrucksstarken Musikerhänden. «Eine Kleinigkeit ist verkehrt. Ich habe mir vor zwei Jahren den rechten kleinen Finger abgerissen», sagte der Barde. «Aber das ist das Schöne an der Kunst des sozialistischen Realismus: Es sollte alles so sein wie im richtigen Leben, aber noch etwas schöner.» Biermann war mit Paris wegen der unterschiedlichen Haltung zur DDR-Politik mehr als 30 Jahre «zerfreundet», wie er es nannte. Ob ihm das Porträt gefalle, könne er wegen des Hegelschen Unterschieds zwischen dem «Kunstschönen» und dem «Naturschönen» nicht sagen, frotzelte der Liedermacher - «denn das Naturschöne bin ich.»
Paris, der vor allem durch ein kritisches Gemälde des gefeierten DDR-Schauspielers Ernst Busch bekannt geworden war, nahm den distanzierten Respekt gelassen. «Ich verstehe meine Arbeit als Kommentar zur Zeit», sagte er.
Biermann war wegen seiner Regime-kritischen Haltung 1976 von der DDR ausgebürgert worden. 2007 ernannte die Stadt Berlin ihn für seinen Beitrag zur Überwindung der SED-Diktatur zu ihrem 115. Ehrenbürger. Die Porträts der Ausgezeichneten hängen in der Ehrenbürgergalerie des Abgeordnetenhauses in Berlin-Mitte.
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