| Raubkunstwerk von Matisse kehrt nach Frankfurt zurück (Mit Bild) = |
|
|
|
| Donnerstag, 11. Februar 2010 um 20:11 Uhr | ||
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Nach mehr als 60 Jahren ist ein Raubkunstwerk von Henri Matisse nach Frankfurt zurückgekehrt. Das Landschaftsgemälde «Le Mur rose», das zu den bedeutendsten Frühwerken des französischen Malers (1869-1954) zählt, gehörte bis zur Nazi-Zeit einer jüdischen Industriellenfamilie aus Frankfurt. Mit Hilfe von Sponsoren konnte das von den Nazis einst geraubte Kunstwerk, das eine abenteuerliche Geschichte hat, für 200 000 Euro vom Jüdischen Museum in Frankfurt angekauft werden.
Erworben hatte das Ölbild im Jahr 1914 Harry Fuld, der in Frankfurt einst eine der größten Firmen für Telefone und Uhren in Deutschland besaß. Fulds Sohn musste es dann 1937 bei seiner Emigration aus Nazi-Deutschland zurücklassen. Nach der Beschlagnahme gelangte das Gemälde, das ein Anwesen mit rosafarbener Mauer zeigt, über ein Berliner Auktionshaus in den Besitz des SS-Offiziers Kurt Gerstein.
Nach dem Selbstmord Gersteins in französischer Haft wanderte das Bild 1948 nach Frankreich, weil die Behörden dachten, Gerstein habe es aus französischem Besitz erworben. Jahrzehntelang galt das Matisse-Gemälde als «herrenlos», bis es Ende 2008 auf die Erbeserben Fulds - eine israelische Stiftung - überging. Nun hat die Stiftung das impressionistische Werk, das Matisse 1898 bei einem Aufenthalt in Korsika malte, dem Jüdischen Museum überlassen. Finanziert wurde der Kauf von der Hessischen Kulturstiftung und der BHF-Bank sowie der Stiftung der BHF-Bank.
Die Rückkehr des Bildes sei von «beträchtlicher symbolischer Bedeutung», sagte Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). Das Matisse-Gemälde sei zu einem «historischen Manifest für die systematische Ausplünderung der jüdischen Bürger» geworden. Im Jüdischen Museum soll das Bild künftig im Rahmen der neuorganisierten Wechselausstellung seinen Platz finden.
Mehr zu Henri Matisse |
























































