| 1000-Karat-Collier: Hypo-Kunsthalle entführt ins Reich der Maharajas |
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| Donnerstag, 11. Februar 2010 um 20:38 Uhr | ||
Von Nicole Grün, dpa
München (dpa/lby) - Ein lebensgroßer Elefant thront in der Kunsthalle der Hypo-Stiftung. Auf seinem Rücken trägt er eine herrschaftliche «Howdah», eine silberne Sänfte. Sein Körper ist mit einer golddurchwirkten «Jhool»-Decke verhüllt, aufwendiger Schmuck ziert seinen Kopf und Schwanz. Der Elefant ist der größte Blickfang der Ausstellung «Maharaja», die von diesem Freitag an bis zum 24. Mai in das luxuriöse Reich der indischen Herrscherfamilien entführt.
«Wir hatten keine Vorstellung, wie groß ein Elefant eigentlich ist. Also haben wir uns in Indien eine Elefantendame gemietet, die wir den ganzen Tag mit Obst fütterten», erzählt Kuratorin Anna Jackson von der Entstehung des Modells. Jahrelang hat sie an der Ausstellung gearbeitet. Ihr größtes Anliegen ist es, das Bild der Maharajas von Vorurteilen zu befreien. «Maharajas waren nicht nur turbantragende, juwelengeschmückten Herrscher von absoluter Macht und unermesslichem Reichtum, sondern vor allem sehr fähige Staatsmänner und Krieger.»
Besonders stolz ist Jackson auf die rund 50 der 250 Ausstellungsstücke, die aus den privaten Sammlungen von sechs indischen Herrscherfamilien stammen. Viele der Objekte aus drei Jahrhunderten werden erstmals in Europa gezeigt. Unglaublicher Luxus ist darunter: goldbeschlagene Throne, edelsteinbesetzte Waffen, golddurchwirkte Saris und auch das «Collier von Patiala». Das bei Cartier in Auftrag gegebene, zwei Kilogramm schwere Schmuckstück von 1928 fasste ursprünglich knapp 3000 Diamanten und kam auf fast 1000 Karat. Dabei wird Schmuck in Indien nicht nur für die Schönheit, sondern auch für die Gesundheit geschätzt: Bestimmte Edelsteine sollen verschiedene Energiepunkte (Chakra) des Körpers stimulieren.
Nicht nur der Luxus, auch die Politik werden in der Ausstellung thematisiert. Sie gibt einen Überblick über den Wandel der Rolle des Maharajas vom spirituellen und militärischen Führer um 1800 über den Zerfall des Mogulreichs und der Vermischung englischer und indischer Kultur. Waren Indiens Herrscher durch ihre lukrative Auftragsvergabe im Westen noch im frühen 20. Jahrhundert als Förderer der europäischen Avantgarde geschätzt, standen sie nach Indira Gandhis Gesetz von 1971 als gewöhnliche Bürger da. Zwar durften sie die meisten ihrer herrschaftlichen Besitztümer behalten. «Aber fast über Nacht hatten sie kein Einkommen mehr und mussten Steuern bezahlen», sagt Jackson.
«Viele Familien konnten damit nicht umgehen - wir waren gute Herrscher und Krieger, aber keine guten Geschäftsmänner», beschreibt der 76. Maharaja von Udaipur, Maharana Arvind Singh Mewar. Seine Hoheit ist extra zur Ausstellungseröffnung nach München gereist. «Für mich ist es ein großes Anliegen, die großartigen Dinge zu teilen, die wir erhalten konnten. Denn zu Geld machen kann ich sie nicht», sagt der würdige Herr mit dem weißen Bart. Seinen Turban hatte er für die Eröffnung gegen einen bajuwarischen Trachtenjanker eingetauscht. |
























































