| Sachsen gibt Kunst an Lehndorff-Erben zurück |
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| Freitag, 12. Februar 2010 um 18:58 Uhr | ||
Dresden (dpa/sn) - Der Freistaat gibt 423 Kunstobjekte an die Erben des Hitler-Attentäters Heinrich Graf von Lehndorff zurück. Ein entsprechender Vertrag über die Rückgabe von Alteigentum wurde am Donnerstag unterzeichnet, teilte die Staatliche Schlösserverwaltung am Freitag in Dresden mit. Die Lehndorff-Erben hatten für insgesamt 556 Fundstücke, darunter Möbel, Porzellan, Silber und Bücher, eine Rückübertragung beantragt. Laut der Vereinbarung erhalten sie nun 423 Stücke, die restlichen 133 Kunstobjekte bleiben auf Burg Kriebstein (Mittelsachsen) und können dort im Schatzgewölbe besichtigt werden. Dort soll «eine würdige Gedenkstätte» für Lehndorff eingerichtet werden, hieß es. Viele der betroffenen Gegenstände waren 1986 durch Zufall in einem stillgelegten Schornstein der Burg entdeckt worden.
Graf von Lehndorff war nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt, in Berlin hingerichtet und sein Vermögen eingezogen worden. Kunstgegenstände gelangten nach Sachsen, um sie vor der nahenden Front in Sicherheit zu bringen. Der Berliner Rechtsanwalt Gerhard Brand lokalisierte die Kunstschätze in Sammlungen in Dresden, Chemnitz, Leipzig und auf Burg Kriebstein (Mittelsachsen). Die Stadt Chemnitz hatte bereits Anfang August angekündigt, der Familie alle neun Kunstgegenstände aus ihren Kunstsammlungen zurückzugeben. Auch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wollen nach der Aufforderung durch das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen in Berlin mehrere Kunstwerke zurückgeben.
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