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1810 erschien die bis heute komplexeste Farbentheorie überhaupt: Goethes Schrift »Zur Farbenlehre«. Sie ist nicht nur der eindrucksvollste Beleg seiner Beobachtungsgabe und Experimentierfreude, sondern auch das wichtigste Zeugnis für die Bedeutung, die er dem menschlichen Auge im Erkenntnisprozess verleiht. Auf seiner vergeblichen Suche nach einheitlichen Gesetzen für die Farbgebung der Maler hatte er die faszinierende Welt der Farben entdeckt, die er mehr als 40 Jahre lang erforschte.
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Johann Wolfgang von Goethe, Zur Farbenlehre, Tafel 1 , Abwandlung des dritten Entwurfs, 1806-1810, © Klassik Stiftung Weimar
Zum 200. Jahrestag des Erscheinens seiner »Farbenlehre« würdigt die Klassik Stiftung Weimar erstmals in einer umfassenden Ausstellung die Vielschichtigkeit von Goethes Farbstudien und zeigt deren Verortung in zeitgenössischer Wissenschaft und Kunst sowie in der Rezeptionsgeschichte. Die Ausstellung wird im Goethe-Nationalmuseum ab dem 19. Juni 2010 zu sehen sein. Zeichnungen, Mineralien, Tierpräparate und farbige Gebrauchsgegenstände aus Goethes Sammlungen werden ebenso gezeigt wie physikalische Geräte, an denen sich seine Farbstudien anschaulich demonstrieren lassen. Zu ihnen gehören das große Wasserprisma, verschiedene Schirme für Farbexperimente und die Farbkreisel. Zahlreiche weitere Exponate wie Brillen, Lupen, Mikroskope und historische Augenmodelle zeigen den allgemeinen Entwicklungsstand optischer Medien um 1800. Ergänzend zu den historischen Stücken bieten interaktive Installationen die Möglichkeit, Goethes Versuche nachzuvollziehen und dadurch sinnlich zu erfahren. So können in verschiedenen Vorrichtungen aus Licht und farbigem Material Nachbilder erzeugt und in Experimenten mit Prismen und Spiegeln Spektralfarben produziert werden. Der Dialog zwischen historischen Originalen und moderner Umsetzung der Goethe- Versuche verleiht der Ausstellung ihren besonderen Charakter, der unvergessliche Erfahrungen für den Besucher jeden Alters bereithält.
www.klassik-stiftung.de/goethes-farbenlehre
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