| Private Initiative bringt Passau renommiertes Kunstmuseum |
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| Dienstag, 16. Februar 2010 um 17:55 Uhr | ||
Von Madeleine Fulst, dpa
Passau (dpa/lby) - Es liegt mitten in der historischen Passauer Altstadt, zwischen Hotel und Studentenwohnheim, direkt an der Donau: das Museum Moderner Kunst. In diesem Jahr wird das Museum 20 Jahre alt. Der Kunsttempel ist inzwischen nicht nur ein Besuchermagnet in der Dreiflüssestadt, es bringt auch immer wieder internationale Künstler und überregional bedeutsame Ausstellungen nach Niederbayern. «Ein Haus solcher Qualität gibt es in Städten unserer Größenordnung sonst fast nirgendwo», erklärt der Gründer des Museums, Hanns Egon Wörlen, nicht ohne Stolz.
Letztlich ist es hauptsächlich der Initiative des 94-Jährigen zu verdanken, dass es heute in Passau ein Kunstmuseum auf Großstadtniveau gibt. Leicht hatte es Wörlen Ende der 1980er Jahre nicht, seinen Plan zu verwirklichen. Stadt und Bevölkerung hielten ein Museum für moderne Kunst für unnötig. Wörlen sah das anders. «Passau musste wieder zur Kulturstadt aufgebaut werden», fand der Architekt - und beschloss mit dem Museum dazu beizutragen.
Durch einen Glücksfall entdeckte er das Haus, in dem er einmal sein Museum errichten würde. Eigentlich bekam er den Auftrag, darin Sozialwohnungen einzurichten. «Als ich durch die Räumlichkeiten ging, war mir sofort klar: Das wird mein Museum», erinnert sich der Gründer. Mehr als ein Jahr lang kämpfte Wörlen, bis die Stadt ihm das Haus überließ. Dann renovierte er es in Eigenregie. Die Architektur ist ein Teil des Erfolgsrezeptes des Museums. Die hellen Altbauräume sind mit braunen Holzdielen ausgelegt und durch die Fenster bietet sich dem Besucher der Blick auf Donau und die gegenüberliegende Festung Veste Oberhaus.
«Ich mag das ganze Drumherum, die Helligkeit der Räume, das schafft eine ganz besondere Atmosphäre», lobt Doris Peda. Sie besucht das Museum schon seit der Eröffnung im Juni 1990 regelmäßig. «Am Anfang war ich sehr skeptisch, ich wusste ja auch nicht was mich unter 'Moderner Kunst' erwartet.» Doch heute ist sie voll überzeugt: «So ein Museum zu haben, ist wirklich toll für unsere kleine Stadt.»
Diese Überzeugungsarbeit zu leisten und Menschen an aktuelle Kunst heranzuführen, das ist das Ziel des Museumsvaters. «Die Menschen haben Angst vor dem Übertreten der Museumsschwelle. Denn dann müssen sie sich mit dem, was sie sehen, aktiv auseinandersetzen», meint Wörlen. Gerade moderne Kunst von zeitgenössischen Künstlern schrecke viele Menschen ab.
Die rund zwölf Ausstellungen im Jahr sind eine Mischung aus klassischen Künstlern der Moderne wie Andy Warhol oder Salvador Dali und noch nicht so bekannten Künstlern wie dem Bildhauer Klaus Hack, der momentan seine Werke im Museum zeigt. Diese Ausstellungsvielfalt kommt auf jeden Fall an, inzwischen zählt das Museum durchschnittlich 20 000 Besucher pro Jahr. «Die Ausstellungen sind immer überraschend. Ich schätze das Niveau, das von Anfang an sehr hoch war», sagt die Passauerin Barbara Wasner. Die gebotenen Ausstellungen seien wie eine bunte Tüte. «Da ist immer von allem etwas dabei.» In diesem Jahr enthält die Wundertüte des Museums unter anderem noch Ausstellungen mit Werken von Ernst Barlach (ab Juni) und Henri Matisse (ab August).
Kunstschauen von hoher Qualität und überregionaler Bedeutung verdankt das Museum zum großen Teil seinem Gründer. Aufgewachsen im Künstlerhaushalt seines Vaters Georg Philipp Wörlen (1886-1954), dessen Werke auch im Haus gezeigt werden, entwickelte Hanns Egon Wörlen schnell eine besondere Beziehung zur Kunst. Von Kindesbeinen an half er im Atelier seines Vaters und knüpfte dabei wichtige Kontakte. Diese helfen ihm heute dabei, die Werke besonderer Künstler nach Passau zu bringen. So kommt es, dass selbst für die ganz großen Stars der Szene heute das Haus eine erste Adresse ist. So waren in den vergangenen Jahren beispielsweise Christo und Jeanne-Claude, Yoko Ono sowie Karl Lagerfeld in Passau zu Gast. |



























































