| Gertrud Overbeck erhält das Bundesverdienstkreuz |
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| Mittwoch, 17. Februar 2010 um 19:03 Uhr | ||
Die Gründerin des Overbeck-Museums Gertrud Overbeck wird mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Am Mittwoch, 10. März 2010 um 14 Uhr erhält sie die Ehrung im Rahmen eines Festaktes von Bürgermeister Jens Böhrnsen im Bremer Rathaus. Mit dem Verdienstorden wird Gertrud Overbeck neben ihrem Einsatz für die Vegesacker Ausstellungsstätte auch für ihr Engagement und die Gründung der Ökologiestation Bremen-Nord gewürdigt. Auf Anregung von Vertretern des Vorstands der Freunde des Overbeck-Museums ist ein entsprechender Antrag von der Kulturbehörde im vergangenen Jahr geprüft und schließlich von Bundespräsident Horst Köhler bewilligt worden.
Die Auszeichnung erreicht Gertrud Overbeck pünktlich zum 20. Geburtstag des Overbeck-Museums. Am 22. April 1990 konnte die erste Schau mit Werken des Worpsweder Malerpaars Fritz und Hermine Overbeck im Alten Packhaus Vegesack eröffnet werden. Voran gegangen war eine jahrelange intensive Beschäftigung Gertrud Overbecks mit dem Nachlass ihrer Großeltern. Die Werke aus dem Familienbesitz mussten beispielsweise registriert und restauriert werden, bevor sie der Öffentlichkeit präsentiert werden konnten, auch eine geeignete Ausstellungsstätte ließ sich erst nach großen Anstrengungen finden. Heute präsentiert das Overbeck-Museum in der Alten Hafenstraße 30 unweit des ehemaligen Wohnhauses der Overbecks, die 1905 von Worpswede nach Vegesack zogen, Kunst in fünf Sälen auf zwei Etagen.
Neben den Werken aus der Malerkolonie am Weyerberg zeigt das Haus, das seit November 2007 unter der Leitung von Dr. Friederike Daugelat steht, immer wieder auch zeitgenössische Arbeiten. Gerade die Kunst von Frauen zu fördern, war Gertrud Overbeck ein besonderes Anliegen. So ist es ihr Verdienst, dass man heute nicht nur die Werke Fritz Overbecks kennt, der bereits zu Lebzeiten als einer der fünf Gründungsväter der Künstlerkolonie Worpswede berühmt war, sondern auch das Schaffen seiner Ehefrau Hermine Overbeck-Rohte zu würdigen weiß. Hermine Overbeck hatte sich zeitlebens als Schülerin ihres Mannes verstanden und nie ausgestellt. Das Overbeck-Museum macht ihr reiches Werk daher erstmals öffentlich zugänglich.
17 Jahre lang hat Gertrud Overbeck die Ausstellungsstätte geführt und sich größtenteils ehrenamtlich für den Nachlass ihrer Großeltern eingesetzt. Sie konnte ein breites Spektrum an Ausstellungen präsentieren von der Druckgrafik Heinrich Vogelers über Arbeiten von Bremer-Norder Künstlern wie Elisabeth Störmer-Hemmelgarn oder Johannes Pawlik bis zu naturwissenschaftlich ausgerichteten Präsentationen, z.B. zum 250. Geburtstag des Botanikers Albrecht Roth. Mit Hilfe von Partnern aus Politik, Kultur und Gesellschaft ist es ihr immer wieder durch ihr großes Engagement für das Erbe ihrer Großeltern gelungen, sowohl Kunstliebhaber als auch Geldgeber für die Werke der Worpsweder zu begeistern. Und auch nach ihrem offiziellen Ausscheiden ist Gertrud Overbeck weiter für das Museum aktiv, indem sie das hauseigene Archiv betreut: Gerade konnte sie das Werkverzeichnis der Studien von Fritz Overbeck herausgeben, weitere Bände auch zum Werk Hermine Overbeck-Rohtes sollen folgen.
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