| Am Anfang war das Informel |
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| Donnerstag, 18. Februar 2010 um 19:08 Uhr | ||
„Malen auf Asche und Ruinen“ • unveröffentlichtes Material bietet Reise zu den Wurzeln des Informel • katalysatorische Bedeutung für gesamte Kunstentwicklung
Zur ART COLOGNE 2010 (21.-25.04.2010) wird das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels e.V. (ZADIK) einmal mehr auf dem Internationalen Kunstmarkt eine bedeutsame Sonderschau zeigen. In diesem Jahr bietet die Ausstellung mit weitestgehend unveröffentlichten Briefen und Fotos sowie zahlreichen originalen Text-, Bild-, Ton- und Filmdokumenten eine bewegende Zeitreise zu den Wurzeln und den entscheidenden Stationen des Informel, das gerade wieder von Sammlern und Kunsthistorikern neu entdeckt wird.
"Malen auf Asche und Ruinen", so umschrieb Jaroslaw Serpan, einer der Begründer des Informel, die historische Ausgangssituation dieser europäischen Kunstbewegung der unmittelbaren Nachkriegszeit. Ihren Namen prägte der französische Kunstkritiker und Ausstellungskurator Michel Tapié in seinem 1952 parallel zur gleichnamigen Ausstellung im Pariser Studio des Fotografen Paul Facchetti erschienen Buch 'Un Art autre'. Er fasste mit diesem Begriff die neuen, gestisch-expressiven, nicht naturalistischen, nicht figurativen und auch nicht abstrakt geometrischen Kunstmanifestationen zusammen.
1952 war auch ein Schlüsseljahr für das Informel in Deutschland, wo es für die gesamte Kunstentwicklung seit der Stunde Null eine katalysatorische Bedeutung hatte. Im Dezember 1952 fand in der Frankfurter Zweizimmer-Wohnung von Klaus Franck, die als 'Zimmergalerie Franck' in die Kunstgeschichte einging, die Ausstellung der "Neuexpressionisten" Heinz Kreutz, Bernard Schultze, Otto Greis und Karl Otto Götz statt, denen der Dichter René Hinds den Gruppennamen "Quadriga" gab. Schon damals war Götz einer der wichtigsten Protagonisten des Informel und vermittelte zwischen Frankreich und Deutschland und den Galerien und Kunstkritikern, welche der Bewegung zum Durchbruch und zum Erfolg verhalfen. Neben der Zimmergalerie Franck waren dies insbesondere die Edition und Galerie Rothe in Frankfurt, welche die frühesten Grafikeditionen der informellen Künstler anregte und verlegte, die Galerien Parnass in Wuppertal und van de Loo in München mit ihren wegbereitenden Ausstellungen und später die Galerie Hennemann in Bonn, welche sich in Zusammenarbeit mit dem Kritiker Manfred de la Motte um die historische Dokumentation des Informel verdient gemacht hat. Ihr Wirken und das der Kunstkritiker Albert Schulze Vellinghausen, John Anthony Thwaites und Rolf Wedewer stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die mit bisher weitestgehend unveröffentlichten Briefen und Fotos und vielen originalen Text-, Bild-, Ton- und Filmdokumenten eine bewegende Zeitreise zu den Wurzeln und zu entscheidenden Stationen dieser Kunstrichtung bietet, die man gerade wieder neu zu entdecken beginnt.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation in der Reihe sediment mit Essays zu Karl Otto Götz, den genannten Galerien und Kritikern und zahlreichen Abbildungen von Zeitdokumenten aus den Beständen des ZADIK und den Archiven der Leihgeber.
Das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels, 1992 gegründet und gefördert vom Bundesverband Deutscher Galerien und Editionen BVDG, in Kooperation mit der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn, sammelt und bewahrt die Archive bedeutender Galerien und Kunsthändler, insbesondere ihre Geschäfts- und Künstlerkorrespondenz, sowie sämtliche Materialien, die Aufschluss geben über den Galeriebetrieb, seine Ausstellungs- und Öffentlichkeitsarbeit und seine Arbeit mit den Künstlern. |
























































