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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Liebeszauber und Höllenfeuer PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 18. Februar 2010 um 19:38 Uhr

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Liebeszauber und Höllenfeuer

20. bis 22. April: Erste Auktionswoche mit Alten Meistern, Gemälden des  
19. Jahrhunderts, Antiquitäten und Juwelen
 

 

 

2009 war für das Dorotheum das zweitbeste Jahr in seiner Geschichte. Die Zeichen stehen gut, dass 2010 ebenfalls erfolgreich werden wird, denn das Dorotheum hat für seine erste Schwerpunktwoche Auktionen der Superlative mit attraktiven Objekten anzubieten. Etwa ein wiederentdecktes Spitzenbild von Guercino, ein atemberaubend modernes männliches Aktbild von Cagnacci, zwei Prater-Ansichten von Tina Blau oder das höllisch schöne Tugend-und-Laster-Gleichnis von Frans Francken. 

 

 


Frans Francken II. (1581 - 1642) Der Mensch, der sich zwischen Tugenden und Lastern entscheiden muss, Schätzwert auf Anfrage 

 

In der Zeit vom 20. bis 22. April gilt es für Kunstfreunde aus dem reichen Offert von Alten Meistern, Gemälden des 19. Jahrhunderts sowie von Juwelen und Antiquitäten zu wählen. Die Antiquitäten sind auf zwei Sitzungen aufgeteilt, am 21. stehen Möbel und Silber auf dem Programm, am 22. Skulpturen, Glas und Porzellan. Die zweite Auktionswoche mit Schwerpunkt moderne und zeitgenössische Kunst sowie Jugendstil und Design folgt im Mai. 

 

 

Giovanni Francesco Barbieri, il Guercino (1591 - 1666), Schätzwert € 400.000 - 600.000

 

 

 

 

Tina Blau (1845 - 1916), Birken bei der Rotunde, Wien, Prater 1914, Schätzwert € 150.000 - 220.000

 

 

 

 

Guido Cagnacci (1601 - 1663), Der trunkene Noah, Schätzwert € 80.000 - 120.000 

 

 

Auktionswoche I:  20. bis 22. April 2010

Besichtigung: ab 10. April 2010

Ort:  PALAIS DOROTHEUM, Wien 1, Dorotheergasse 17

 

 

 

Himmel und Hölle

Entdeckungen bei der Auktion Alte Meister

am 21. April 2010 

 

 

Gut und böse, Engel und Teufel, Tugend und Laster, Liebeszauber und Verrat: Nur einige elementare Gegensatzpaare, mit denen sich die Menschen über Mythologie, Religion und anderem das Mysterium „Leben“ zu erklären versuchten. Reichliche Illustrationen dazu liefert das Dorotheum bei seiner Auktion von Gemälden Alter Meister am 21. April 2010.  

Ein opulentes Großformat von Frans Francken II. (Antwerpen 1581 1642) illustriert den Kampf zwischen Gut und Böse: „Der Mensch, der sich zwischen Tugenden und Lastern entscheiden muss“ versammelt zu ebener Erde und in der Hölle unter ihr detailreich das gesamte Panoptikum rund ums Menschliche und Allzumenschliche. Und auch Göttliche. Zentrale Figur ist jene mit Pilgerstab und -tasche, die den Pilgercharakter des menschlichen Lebens verdeutlichen soll. Die „anima christiana“ wird flankiert von den katholischen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung, sowie von den klassischen Tugendhelden der Antike, Herkules und Minerva. Von den Lastern des Lebens wird die Anima bezirzt, u. a. von Venus, Merkur und Bacchus (Schätzwert auf Anfrage). 

 

 

Einen dramatischen Augenblick mit einem berühmten Tugendhelden hat Giovanni Francesco Barbieri, besser bekannt als Il Guercino, in einer Szene nach Torquato Tassos Kreuzfahrerepos „Befreites Jerusalem“ festgehalten. „Rinaldo hält Armida ab, sich mit einem Pfeil zu töten.“ Armida war die von Satan und den Sarazenen gesandte Zauberin, die den Kreuzfahrer und Prinzen Rinaldo mit all ihren Reizen vom Pfad der christlichen „Kampftugend“ abhalten und ihn auf einer Insel bezirzen sollte. Als Rinaldo das Eiland schlussendlich doch verlassen muss, hindert er die verliebte Armida, sich aus Kummer zu töten. Für das wiederentdeckte Gemälde, einst in der venezianischen Sammlung Manfrin, werden 400.000 bis 600.000 Euro erwartet. Guercino malte es kurz vor seinem Tod. Rund 50 Jahre zuvor hatte er für die Casa Pannini bei Cento (Ferrara) einen kompletten Rinaldo-und-Armida-Zyklus gemalt, ausgestellt in der öffentlichen Pinakothek von Cento.  

 

 

 

Unter den weiteren Highlights befindet sich ein in seiner perspektivischen Aktdarstellung spektakulär modern liegender Mann (Trunkener Noah) von Guido Cagnacci (€ 80.000 – 120.000) auch eine Neuentdeckung - , „Silen und Zentauren vor einer weiten Flusslandschaft“ von Abraham Brueghel (€ 65.000 – 90.000), oder auch die lichtdurchflutete Ansicht der Piazza San Marco von Bernardo Bison (€ 80.000 – 120.000). Eine ungewöhnliche Venedig-Impression steuert der 1678 in Venedig verstorbene deutsche Maler Joseph Heintz d. J. bei mit der Darstellung einer Regatta am Canale Grande der Renaissance-Zeit, wo auch Frauen das Ruder schwingen (€ 100.000 – 150.000). Venedig, die Isola di San Giorgio, ist ebenfalls Mittelpunkt eines Ölbilds des Venezianers Francesco Albotto (€ 80.000 – 100.000). Von Giorgione und Giovanni Bellini beeinflusst war die Malweise des oberitalienischen Künstlers Giovanni Gerolamo Savoldo (ca. 1480/85 – 1548), von dem das Dorotheum ein „Bildnis eines bärtigen Mannes mit schwarzem Barett“ versteigert (€ 180.000 – 220.000).  

 

 

Auktion:   Alte Meister, Mittwoch, 21. April 2010

                 17 und 18.30 Uhr


 

 

Es grünt so grün

Zwei Prater-Bilder von Tina Blau und viele internationale Top-Werke bei der Auktion von Gemälden des 19. Jahrhunderts am 20. April 

 

 

Ein berühmtes Wienerlied: „Im Prater blüh’n wieder die Bäume, in Sievering grünt schon der Wein - Da kommen die seligen Träume - Es muss wieder Frühlingszeit sein“. Am 20. April 2010 offeriert das Dorotheum in seiner Auktion mit Gemälden des 19. Jahrhunderts zwei Top-Bilder der so genannten Stimmungsimpressionistin Tina Blau. Die Gemälde zeigen ihr Lieblings-Studienobjekt: Die Bäume im Wiener Prater. Einmal mit der Rotunde, einmal gibt die Malerin den Blick frei auf ihr Atelier im Prater. „Blau-Bilder in dieser Qualität kommen nur mehr selten auf den Markt“ kommentiert Dorotheum-Expertin Dimitra Reimüller die Arbeiten. Jene mit der markanten Rotunde schätzt sie zwischen 150.000 und 220.000 Euro, jene mit dem Atelier zwischen 80.000 und 120.000 Euro. 

 

 

In den vergangenen Jahren konnte das Dorotheum immer wieder mit Spitzenwerken des österreichischen Biedermeier punkten, so auch diesmal. Von Friedrich Gauermann gibt es zwei ganz charakteristische Gemälde. Von Georg Friedrich Waldmüller geht das „Bildnis eines jungen Herrn im blauen Rock“, ausgestellt 2009 in den Waldmüller-Schauen im Louvre und Belvedere, in die Auktion (1823, € 40.000 – 60.000), ebenso wie das bäuerliche Genrebild „Der Auftanz“ aus dem Jahre 1863, zwei Jahre vor Waldmüllers Tod entstanden. Rupert Feuchtmüller, der Verfasser des Waldmüller-Werkverzeichnisses, schreibt, dass das Bild besser „Unterzeichnung des Ehekontraktes“ genannt werden sollte und lobt die beiden Männerköpfe als „hervorragende Charakterstudien“ (€ 200.000 – 250.000).

 

 

Aus einer deutschen Privatsammlung stammt das dekorative „Blumenstillleben mit dem Schönen Brunnen und der Nymphe Egeria im Park von Schloss Schönbrunn“ aus der Hand von Leopold van Stoll, 1936 (€ 15.000 – 18.000). Bei Wien-Ansichten des 19. Jahrhunderts darf auch Rudolf von Alt nicht fehlen – die Albertina widmet übrigens Jakob und Rudolf bis 24. Mai eine Ausstellung. Der „Blick auf die Karlskirche und das Polytechnische Institut“ zeigt Rudolf von Alts Aquarell-Kunst in ihrer ganzen Pracht (€ 100.000 – 150.000). Saisonal perfekt fügt sich „Ein Frühlingstag“ von Theodor von Hörmann in die starke Offerte ein (€ 20.000 – 25.000). 

 

 

 

Das sehr erfolgreiche Dorotheum-Jahr 2009 für Gemälde des 19. Jahrhunderts dürfte sich heuer bei diesem Top-Angebot fortsetzen: Zwei unterschiedliche Schiff-und-Wasser-Ansichten ziehen Sammler in ihren Bann. Die stürmische Meeres-Version stammt vom russischen Maler Ivan Konstantin Aivasovksy (€ 30.000 – 40.000), die ruhige, aber ebenso beredte von Gustave Courbet. Dessen „Wolken über dem Genfer See“, ist signiert und mit 1873 datiert            (€ 90.000 – 150.000).  

 

    Ivan Konstantin Aivasovsky (1817 – 1900), € 30.000 - 40.000 

     

Herrlich entspannt und voll blühendem Leben sind die vielen jungen Damen, die sich „Nach dem Spiel“ auf der grünen Wiese ausruhen. In einem Katalogtext zu einer Ausstellung sind die Dargestellten als „anmutige Mädchen aus dem Veneto“, beschrieben, „einfache, bescheidene Modelle vom Land, im Gegensatz zu den glänzenden akademischen Renaissance-Modellen“. Die „einzigartige, symbolische Expressivität“ des 1887 entstandenen, zwischen 100.000 und 150.000 Euro geschätzten Gemäldes von Fausto Zonaro wird zu Recht hervorgehoben.  

 

Zonaro: Nach dem Spieö

 

 

Ein Auktionsschwerpunkt widmet sich der Orientmalerei, darunter Giulio Rosatis Aquarell „Rast beim Durchqueren der Wüste“ (€ 18.000 – 20.000). 

 

 

Auktion:   Gemälde des 19. Jahrhunderts

                  Dienstag, 20. April 2010, 17 Uhr


 

 

 

Antiquitäten

21. und 22. April 2010 

 

 

Barocker Glanz bei den Möbeln am 21. April 

 

 

Attraktive Objekte kann die Sparte Möbel in einer sensationell bestückten Auktion am 21. April aufwarten, unter anderem mit einer neapolitanischen Spätbarockkommode mit geschweiftem Korpus etwa (€ 30.000 – 40.000) oder einem Paar prunkvoller englischer Konsol-Tische in Form von goldenen Adlern (€ 60.000 – 70.000). Kurios ist ein Biedermeier-Tintenzeug in der Form eines bürgerlichen Herrn mit Tragegestänge, auf dem die Tintenfässer montiert sind. Das Kleinod ist laut Vignettenfragment ein Erzeugnis der Danhauser’schen Möbelfabrik, Wien um 1820 (€ 6.000 – 7.000). Ein herausragendes Stück ist auch der mit Symbolen versehene Freimaurertisch (€ 20.000 – 26.000), sowie der zwei Meter hohe römische Spiegel (€ 32.000 – 36.000). 

 

 

 

Königliches bei der Silber-Auktion am 21. April 

Edle Materialien wie weißer Achat, Onyx, Smaragde, Rubine, Saphire u. v. m. verwendete die Firma Rauch aus Hanau (Hessen/Deutschland) für die Figuren und das Brett des 80 mal 80 cm großen Schachspiels aus Silber. Das „königliche Spiel“, so die Übersetzung von „Schach“, ist Teil der Silber-Auktion am 21. April und wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts gefertigt; die Turmhöhe beträgt rund 30 cm, der König misst rund 19 cm (€ 20.000 – 30.000).

 

 

Prächtig erstrahlt auch das Paar fünfflammiger emaillierter Kandelaber mit vergoldeter Silbermontierung, Wien um 1870 (€ 20.000 – 30.000). 

 

 

Starker Auftritt von Paaren bei der Auktion „Glas und Porzellan“  am 22. April 

Aus der frühesten (europäischen) Porzellan-Zeit, um 1745, stammen die in der Auktion Glas und Porzellan am 22. April angebotenen Kleinskulpturen von Meissen, etwa jene eines Fischers und einer Fischerin (€ 20.000 – 30.000). eines tanzenden Bauernpaares (€ 16.000 – 26.000), oder einer um 1748 gefertigten Fischerfrau, einem Modell von J. J. Kändler um 1741 (€ 10.000 – 15.000). Rotwein und Brot kredenzen zwei russische Ordonanzfiguren, jeweils mit 12.000 bis 20.000 Euro taxiert. Sie sind mit der Marke der Zarin Katharina II., 1762 –1796, versehen.

 

 

1796 produzierte die Wiener kaiserliche Manufaktur die Deckelvase „Frankfurt am Main“  mit Veduten und bronze doré (Höhe 48 cm, € 17.000 –  30.000). Ebenfalls aus Wien stammen die beiden Ranftbecher von Anton Kothgasser (1769 – 1851), ein Freundschaftsbecher (€ 8.000 – 12.000), sowie einer mit der Allegorie auf Ungarn (€ 12.000 – 20.000). 

 

Anton Kothgasser

 

 

Oh Madonna! Skulpturen-Auktion am 22. April 

Voll Liebreiz zeigt sich jene Madonna mit Kind am Florentinischen Stuckrelief aus der Werkstatt Antonio Rossellino, um 1470 (€ 25.000 – 35.000). Eine skulpturale Version der Madonna mit Kind ist zwischen 1480 und 1500 entstanden (Höhe 80 cm, € 40.000 – 50.000). 

 

 

Auktion:   Möbel, Silber 21. April 2010, 14 und 15 Uhr,

            Skulpturen, Glas und Porzellan, 22. April 14 und 15 Uhr

     

     

     

Ganz Ohr

Attraktiver Ohrenschmuck und viel mehr bei der

Juwelen-Auktion am 22. April 

 

 

 

 

Da funkelt es vom Ohr bei dem Platinohrgehänge mit Brillanten und Diamanten sowie Südseekulturperlen, die einen der Höhepunkte der Juwelen-Auktion am 22. April darstellen (€ 40.000 – 60.000). Um 1900 entstanden die Gold-Silber Amethyst-Ohrgehänge (€ 1.400 – 2.000), die der Überlieferung nach aus dem Besitz von Stephanie von Belgien stammen, der Gattin von Kronprinz Rudolph. 

 

Große Steine waren, auch im Sinne des Anlege-Gedankens, in den letzten Jahren sehr gefragt. 5,5 carat bringt der Brillant auf einem Platinring auf die Waage (€  45.000 – 60.000), ein weißgoldenes Collier ist mit einem 1,5 carätigem Brillant und mit Diamanten mit insgesamt 18 carat besetzt (€ 25.000 – 35.000).  


 
 
 

Ohrgehänge, Platin, mit Brillanten und Diamanten, zusammen ca. 17 ct, sowie Südseekulturperlen, € 40.000 – 60.000 
 

Auktion:   Juwelen, 22. April 2010, 18 Uhr




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