| ZERO-Kunst auf Meissener Porzellan |
|
|
|
| Samstag, 20. Februar 2010 um 08:46 Uhr | ||
Meißen (dpa/sn) - Die international beachtete ZERO-Kunst ist jetzt auf Meissener Porzellan zu haben. ZERO-Mitbegründer Otto Piene ließ in der Manufaktur mit dem Markenzeichen der Gekreuzten Schwerter seine ersten acht Werke brennen, darunter Einzelplatten, Diptychons und Triptychons, teilte das Unternehmen am Freitag mit. «Seit Anfang 2010 arbeiten wir mit Otto Piene zusammen. Damit haben wir im Zuge der strategischen Neuausrichtung ein gutes Gespür für relevante Kunst bewiesen», sagte Meissen-Geschäftsführer Christian Kurtzke der dpa.
Kurtzke spielte damit auf die jüngste Auktion für zeitgenössische Kunst bei Sothebys in London an. Dabei hatte deutsche ZERO-Kunst deutliche Wertsteigerungen verzeichnet. Pienes «Rauchbild» von 1961 ging dort für 223 500 Pfund ab - umgerechnet knapp 257 000 Euro. Das war etwa das Vierfache des Schätzpreises. Piene hatte die ZERO- Bewegung mit Heinz Mack 1957 in Düsseldorf begründet. Sie entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Kunstbewegungen der Nachkriegszeit. Ihr Name bezieht sich darauf, mit der Kunst bei «Null» zu beginnen.
«Deutsche ZERO-Kunst ist auf dem Sprung, auch international die klassische Moderne zu werden. Die Unterbewertung der deutschen ZERO- Künstler scheint jetzt beendet», erklärte der Herausgeber des Kunstmagazins «Artinvestor», Edgar Quadt. Die Zusammenarbeit Pienes mit der Manufaktur Meissen sei für das Unternehmen eine Besinnung auf Tradition und eine verstärkte Ausrichtung auf international anerkannte Kunst. Die Meissen-Stücke Pienes sind Unikate und tragen dessen Unterschrift sowie die Gekreuzten Schwerter.
Schon zuvor arbeitete die Manufaktur mit Karl Otto Götz zusammen, einem Hauptvertreter des deutschen Informel - einer abstrakten Kunstrichtung der Nachkriegszeit. Hier entstanden insgesamt 14 Bilder auf Meissener Porzellan. Davon wird das Triptychon «Flud» vom 28. März bis 8. August 2010 im Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen bei einer Götz-Ausstellung zu sehen sein, hieß es. Die Kooperation mit externen Künstlern bereichere zugleich das interne Schaffen der Manufakturisten, sagte Kurtzke.
Kurtzke hatte die Übernahme der Geschäftsführung Ende 2008 mit einer Neuausrichtung des traditionsreichen Unternehmens verknüpft. Die Manufaktur feiert in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag. Statt Geschirr gelten fortan Architektur und Inneneinrichtung als tragende Säule. Auch Schmuck und Accessoires sind im Angebot. Meissen will langfristig seinen Umsatz von etwa 35 Millionen Euro (2008) verdoppeln. Dennoch möchte das Unternehmen auch künftig mit edlem Geschirr die Tisch- und Tafelkultur in Europa prägen.
Mehr zur ZERO-Bewegung |
























































