| Bremer Schau stellt Kollwitz und Zille gegenüber |
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| Samstag, 20. Februar 2010 um 08:57 Uhr | ||
Bremen (dpa/lni) - Das Frühwerk von Käthe Kollwitz (1867-1945) und Fotos von Heinrich Zille (1858-1929) treffen von Sonntag an im Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen aufeinander. In «Nahsicht: Käthe Kollwitz - Heinrich Zille» sind bis zum 9. Mai etwa 100 Werke zu sehen. Sie zeigen, wie intensiv sich beide Künstler mit den einfachen Menschen im Berlin um 1900 auseinandergesetzt haben. «In unserer Gegenüberstellung geht es um den ungeschönten Blick auf das Großstadtleben und die Sensibilität dieses Blicks», sagte Museumsdirektor Rainer Stamm am Freitag.
Im Vergleich zur ersten Ausstellungsstation in Bad Homburg (Hessen) seien nun neue Blätter dabei, darunter Werke aus dem Käthe Kollwitz Museums Köln und Zille-Fotografien aus Familienbesitz.
«Wir zeigen ganz bewusst nicht den kommerziellen Zille und die berühmten Plakate von Käthe Kollwitz», sagte Stamm. Vielmehr gehe es um sehr private Arbeiten dieser beiden Künstler, für die die Nähe zum Menschen immer wichtig war. Kollwitz ist mit Selbstbildnissen vertreten und Milieustudien aus der ungebremst wachsenden Großstadt. Eine Kreidezeichnung zeigt eine vor Erschöpfung eingeschlafene Heimarbeiterin. Auf dem Blatt «Zertretene» von 1901 trauert eine Familie um ihr Kind.
Zille, der Kollwitz nur als Kollegin kannte, ist mit seinen für die Jahrhundertwende ungewöhnlichen Schnappschüssen vertreten. Beim Ablichten von Reisig-Sammlerinnen und spielenden Kindern lässt er Unschärfen zu. Einmal ist sogar sein Finger vor der Linse. Die poetischen Schwarz-Weiß-Fotos sind für Zille nach Angaben von Stamm eine Art Skizzenbuch gewesen. Der Künstler habe sich immer auf Augenhöhe mit Armen und Arbeitern gefühlt - eine Einstellung, die ihn mit Kollwitz verbinde. |
























































