| Österreichischer Bildhauer Gironcoli gestorben |
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| Montag, 22. Februar 2010 um 05:55 Uhr | ||
Wien (dpa) - Der für seine riesigen und rätselhaften Skulpturen bekannte Künstler Bruno Gironcoli ist 73-jährig in Wien gestorben. Die Witwe des österreichischen Bildhauers sagte der Presseagentur APA am Samstag, dass ihr Mann am Freitag in einer Klinik einer langen, schweren Krankheit erlag. Der Kärntner galt als künstlerischer Einzelgänger. Er kombinierte oft organische Formen mit industriellen Elementen und schuf so Arbeiten, die an Science-Fiction-Welten erinnern.
Gironcoli wurde 1936 in Villach geboren. Nach einer Ausbildung zum Goldschmied studierte er Bildhauerei in Wien und ging dann nach Paris, wo er in den frühen 60er Jahren die Arbeiten des Schweizers Alberto Giacometti entdeckte. Bis 2004 leitete Gironcoli die Meisterschule für Bildhauerei der Wiener Akademie der bildenden Künste.
Der Künstler schuf maschinenähnliche Plastiken mit metallisch glänzenden Oberflächen, in die symbolhaft Babykörper oder Flammen eingearbeitet waren. Er behandelte auf diese Art Themen wie Gewalt, Leid, und das Verhältnis zwischen Mann und Frau.
Die Arbeitsweise Gironcolis hatte jedoch ihren Preis. Weil seine Skulpturen so groß sind, konnten sie nur selten im Ausland gezeigt werden, wie zum Beispiel 2007 im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen oder 2003 bei der Biennale in Venedig. Deshalb wurde für den Künstler ein eigenes Museum im Schloss Herberstein in der Steiermark geschaffen. Außerdem verwendete Gironcoli giftige Materialien, die seiner Gesundheit sehr zusetzten.
«Bruno Gironcoli als einer der ganz großen österreichischen Bildhauer war zu sich und in seiner Kunst kompromisslos. Wie kaum ein anderer moderner Künstler versuchte er den Schrecken und die Täuschungen der Gegenwart entlarvend darzustellen», sagte Kulturministerin Claudia Schmied in einer Stellungnahme.
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