| Verleger und Bildhauer: Hans A. Nikel wird 80 |
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| Montag, 22. Februar 2010 um 05:58 Uhr | ||
Bad Homburg (dpa/lhe) - Erst war er Erfinder und Verleger des Satire-Magazins «Pardon», dann wurde er Bildhauer und Philosoph: Hans A. Nikel hat in seinem Leben schon einiges gemacht. Begleitet hat den Horkheimer-Schüler dabei stets ein gesundes Misstrauen gegenüber Ideologien und Besserwisserei, wie er sagt. Am kommenden Dienstag (23.2.) wird Nikel 80 Jahre alt. Das schönste Geburtstagsgeschenk hat er sich selbst gemacht: In den kommenden Tagen soll sein Buch «Die Mystik der Physik» herauskommen.
Der in Oberschlesien geborene Nikel kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frankfurt. Er arbeitete für die «Süddeutsche Zeitung» und die «Frankfurter Rundschau». Parallel studierte er bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, den beiden Ikonen der Frankfurter Schule.
1954 gründete Nikel mit Erich Bärmeier einen Verlag. Bärmeier und Nikel gaben unter anderem die Reihe «Schmunzelbücher» heraus, dessen erfolgreichster Band «Lob der Faulheit» betitelt war. Der Traum Nikels war aber, eine eigene literarisch-satirische Zeitschrift herauszugeben. Mit einem hart erkämpften Kredit konnten Bärmeier und er sich diesen Traum 1962 mit der Zeitschrift «Pardon» erfüllen. 18 Jahre lang war Nikel «Pardon»-Chef. 1980 verkaufte er das Blatt, das zwei Jahre später eingestellt wurde.
Nikel ging an die Universität zurück und promovierte. Danach widmete er sich - unter dem Namen Johannes Nikel - der Bildhauerei. Zum 80. Geburtstag kehrt er wieder zum Thema seiner Doktorarbeit zurück - dem von ihm verehrten Meister Eckart. Sein Buch versucht, die Ideen des großen Mittelalter-Mystikers mit der modernen Physik von Heisenberg oder Einstein zu verknüpfen. «Ich habe erkannt, dass es unter den Naturwissenschaftlern die besten Philosophen gibt», sagt Nikel, der mit seiner Frau zusammen in Bad Homburg lebt. Tags: nikel
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