| Neue Kunstsammlungs-Chefin will «mit dem Vertrauten spielen» |
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| Mittwoch, 24. Februar 2010 um 19:09 Uhr | ||
Düsseldorf (dpa/lnw) - Fast 50 Jahre nach ihrer Gründung schlägt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf einen neuen Kurs ein. «Ich möchte vor Augen führen, was man aus der Sammlung rausholen kann», sagte Marion Ackermann, neue Direktorin der international geschätzten Landesgalerie, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Mit der Eröffnung der Ausstellung «Silent Revolution» am kommenden Wochenende gibt die seit September in Düsseldorf tätige Kunsthistorikerin ihr Debüt als Ausstellungsmacherin der Landessammlung, die vor allem wegen zahlreicher Meisterwerke der Klassischen Moderne bekannt ist.
Bei der neuen Präsentation im Ständehaus der Kunstsammlung konfrontiert sie Gemälde etwa von Kandinsky, Klee oder Mondrian unmittelbar mit Arbeiten der Gegenwartskunst von Beuys oder Richter bis Schütte oder Mucha. «Ich wollte demonstrieren, wie gut das funktioniert, wie neue Erkenntnisse, neue Einblicke und neue Aspekte sichtbar werden», sagte Ackermann.
«Dadurch erwarte ich auch eine Durchmischung unserer verschiedenen Besuchergruppen», erklärte die Museumschefin. In den vergangenen Jahren habe sich das Publikum je nach Interesse mehr in die klassische Sammlungsabteilung K20 oder zur aktuellen Kunst in die Dependance K21 orientiert.
Dieses «Spiel mit dem Vertrauten» in der bis zum 13. Juni dauernden Ausstellung «Silent Revolution» möchte sie als Prinzip der Hängung «nicht absolut setzen». Künftig werde sie auch ganze Räume einzelnen Künstlern widmen, betonte die Kunsthistorikerin, die zuvor das Kunstmuseum Stuttgart geleitet hat.
Für das im Juli nach langem Umbau und Erweiterung neu öffnende Haupthaus der Landes-Kunstsammlung am Düsseldorfer Grabbeplatz habe sie «einen kleinen Parcours» durch die Kunstgeschichte des vergangenen Jahrhunderts geplant. «Dazwischen kommt es immer wieder zu Interventionen zeitgenössischer Künstler.»
Ein weiterer Aspekt ihrer Arbeit in Düsseldorf sei die stärkere Einbeziehung des Publikums in laufende Museumsprojekte, «aber das soll natürlich nicht populistisch sein». Hierzu gehöre beispielsweise eine bereits laufende Gesprächsreihe zu der im Herbst bevorstehenden großen Beuys-Ausstellung.
Auch sei unter der Patenschaft angesehener Künstler die Gründung einer Reihe von «Werkstätten» geplant, in denen Kunstfreunde aller Altersgruppen Malerei, Fotografie, Video oder Bildhauerei erproben könnten. Als Patin der Medien-Werkstatt habe die Fotografin Hilla Becher, Mitbegründerin der international gefeierten «Düsseldorfer Foto-Schule», ihre Mitarbeit zugesagt.
Gespräch: Gerd Korinthenberg, dpa
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