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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




artefacti® - Dies ist der Onlineshop des Altenburger Künstlers Michael Külbel. Hier können Sie die abstrakte Kunst des Künstlers direkt erwerben. Jedes Bild ein Unikat. Kein Bild wird mehrfach angefertigt. Der Künstler verfügt über eine aussagekräftige Vita, hatte zahlreiche Ausstellungen und einige Großprojekte. Mehr über den Künstler und seine abstrakte Kunst erfahren Sie auf seiner website www.mk4art.de

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Kunst & Kultur

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Mapping the Region – Olaf Metzel. Noch Fragen? PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 24. Februar 2010 um 19:11 Uhr

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Mapping the Region –
Olaf Metzel. Noch Fragen?
Laufzeit: 26. Februar – 24. Mai 2010
Eröffnung: 25. Februar 2010, 19.00 Uhr durch Fritz Pleitgen

 

 

Vom 26. Februar bis 24. Mai 2010 zeigt das MKM Werke von Olaf Metzel, einem der wichtigsten und einflussreichsten deutschen Bildhauer der Gegenwart. Der Künstler präsentiert elf Skulpturen und Rauminstallationen sowie eine Auswahl seiner Zeichnungen. Fünf neue Arbeiten sind eigens für die Ausstellung entstanden, die im Rahmen von „Mapping the Region“ stattfindet, dem gemeinsamen Ausstellungsprojekt der RuhrKunstMuseen, als offizielles Projekt von RUHR.2010.

 


Künstler


Olaf Metzel ist 1952 in Berlin geboren, wo er an der Freien Universität und der Hochschule der Künste studierte. Er lebt und arbeitet heute in München und ist seit 1990 als Professor an der Münchner Akademie der Bildenden Künste tätig, die er von 1995-1999 als Rektor leitete. Metzel hat zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland bestritten und u.a. an der documenta 8 und zweimal an den Skulptur Projekten Münster teilgenommen. Zu seinen Preisen gesellte sich jüngst der Lichtwark Preis 2009 der Stadt Hamburg.

 


Ausstellung


Metzel nähert sich der Mapping-Ausstellung über das Unspezifische, alltäglich Naheliegende und greift für seine Skulpturen beispielsweise auf Medienberichte zurück, die er u.a. einem Jahrgang regionaler Tageszeitungen entnimmt. Das künstlerisch vermessene Gelände – Alltag, Öffentlichkeit und veröffentlichte Meinung – umfasst in seiner Interpretation die thematischen Felder Sport, Bildung, (unfreiwillige) Freizeit, Religion, Integration, postindustrielle Erneuerung, Alltagskultur und -geschmack. Mit den fünf neuen Arbeiten (Schicht im Schacht, ichhasseschule, Hartz IV wird fünf, BILD Ruhrgebiet, 22.12.09, Und dann noch das Wetter) setzt er sich gezielt mit dem Ruhrgebiet auseinander und greift Befindlichkeiten auf, die die Region widerspiegeln, zugleich aber universellen Charakter haben. Die anderen Werke schließen sich thematisch an. Den Besucher erwartet so auf 1.000 m² ein Einblick in das Werk Olaf Metzels, der durch die Vorstellung der neuen Produktion höchst aktuell ist. Einfache Antworten sind dabei vom Künstler ebenso wenig zu erwarten wie Lobeshymnen auf die Kulturhauptstadt.


 

Die neuen Arbeiten


Die Installation ichhasseschule geht zurück auf eine Meldung in der NRZ über ein Duisburger Hilfsprojekt (eine Schulgründung) in Malawi. Konkreter Auslöser war das begleitende Pressefoto der skulptural spektakulären Anlieferung der Schulbänke auf einem kleinen LKW. Die Hilfsaktion lenkt den Blick in die Ferne, die Schulbänke lenken den Blick zurück auf das Nahe: Bildung als neuer „Rohstoff“ im postindustriellen Duisburg. Der Klassenraum ist nicht nur der Ort, in dem Unterricht stattfindet. Gesellschaftlich gesehen trennt er arm und reich, bildungsnah und -fern. Als „Experten“ haben Schüler des Duisburger Sophie-Scholl-Berufskollegs (BSP 18) und des Münchner Gisela-Gymnasiums an der Arbeit mitgewirkt. In einem Workshop konnten sie die Schulmöbel ausgiebig so bekritzeln, ritzen und bearbeiten, wie das im Unterricht nur im Kleinen und Heimlichen geschieht. Für die Ausstellung gestaltet Metzel aus den Tischen der Schüler seine raumgreifende Installation ichhasseschule (2010).

 


Zwei weitere neue Arbeiten für die Ausstellung basieren auf Metzels Lektüre regionaler und überregionaler Tageszeitungen. Sie thematisieren das Medium Zeitung generell. Die Arbeit BILD Ruhrgebiet, 22.12.2009 (2009) besteht aus verformten Matrizen, die von Plexiglas überzogen sind. „Eine gewisse Eleganz der Erscheinung“, so Peter Iden in seinem Katalogbeitrag, „kontrastiert dann die oft kruden Textinhalte.“ Für Und dann noch das Wetter (2010) isoliert Olaf Metzel Meldungen, die ihn aus der Masse von Mitteilungen anspringen und die Ereignisse der letzten Monate und eigene Stimmungslagen aufgreifen. Vergrößert druckt er sie auf dünne Metalltafeln, die wie zerknülltes Papier verformt werden. Das Herumschwirren veröffentlichter Meinung durch den Alltagsraum der Stadt wird ins Räumliche übersetzt und skulptural fassbar. Auf Metallstäbe gespießt, ergeben die dem Kontext entrissenen Meldungen neue Konstellationen und „es bildet sich ein Geflecht gegensätzlicher Auskünfte über Zustände der deutschen Gesellschaft.“ (Peter Iden)

 


Grundlage der Arbeit Hartz IV wird fünf (2010) sind Prospektbeilagen regionaler Möbelhäuser, die die Beliebigkeit immer gleicher Türen und Sofatische aus Rauchglas abbilden. In Anlehnung an das Material verwendet Metzel Plexiglas, das er erhitzt und zu einer skulpturalen Apotheose des Alltagsgeschmacks bzw. des erschwinglichen Möbelstücks auftürmt. Den Titel entlehnt er einer Zeitungsschlagzeile.

 


Die Arbeit Schicht im Schacht (2009) ist zugleich autonome Skulptur und architektonisches Modell für einen 20 Meter hohen Turm, den Olaf Metzel für den Duisburger Hafen plant. Die Formen des Turms hat er der Kästchenstruktur des Logos der RUHR.2010 entnommen und ins Dreidimensionale überträgt. Der Entwurf dieser nach oben strebenden Skulptur vereint auf attraktive Weise Gegensätze: metallisches Material mit immateriellem Lichtspiel, das Zukunftsoffene der entwurfhaften Formensprache mit dem an industrielle Vergangenheit erinnernden Metall, der Turm als Gegenstück zum Schacht.
 

 

Arbeitsweise


Olaf Metzel arbeitet nach dem Prinzip Produktion = Provokation, durchaus im wörtlichen Sinne als Hervorrufen zu verstehen. Was entsteht, wenn man genauer hinschaut? Mit seinen Skulpturen erweckt der Künstler Bewusstsein über die Arten von (realem oder zwischenmenschlichem) Raum, in denen sich der Betrachter befindet. Dabei sucht Metzel offensiv die Auseinandersetzung mit dem Betrachter, weil er an die Diskussionsfähigkeit der Gesellschaft glaubt. Kurator Matthias Winzen zufolge gelingt Metzel die Verwirklichung seiner Absicht - „Volkskunst machen“ -, über die Verbindung scheinbar unvereinbarer Gegensätze, „Skulptur mit Architektur, künstlerische Form mit gesellschaftlicher Relevanz, Materialwitz mit kontroversen Themen, traditionell handwerkliches, virtuoses Können mit tagespolitischer Aktualität, geschmackssichere Stilzitate vergangener Designmoden mit existenzieller Wut. Geht es noch gegensätzlicher?“ Weitere Stationen und Organisation

 


 Anlässlich der Ausstellung im Museum Küppersmühle zeigt das Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg drei weitere Skulpturen von Olaf Metzel, die das Spektrum seiner Arbeit vertiefen (s. Infotext in der Pressemappe). Als Folgestation wird Olaf Metzel in der Weserburg in Bremen präsentiert.

 


Die Ausstellung im MKM wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Sparkasse Duisburg sowie der GEBAG Duisburg und der Willis GmbH & Co. KG. Für die Organisation ist die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn verantwortlich. Es erscheint ein begleitender Katalog im snoeck Verlag (Museumsausgabe: 25,- EUR) mit Essays von Peter Iden, Daniel Pies und Matthias Winzen.

 

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